POLITIK
13/02/2016 07:14 CET

Frankreichs Premierminister: Es wird weitere Terroranschläge wie in Paris geben

AFP via Getty Images
Der französische Premierminister Manuel Valls warnt vor neuen Anschlägen des IS.

Genau drei Monate sind die Terroranschläge in Paris an diesem Samstag her - doch der Schock bei den Franzosen sitzt immer noch tief. 130 Tote, 352 Verletzte - das vergisst eine Stadt nicht so schnell. Man möchte sich nicht ausmalen, dass es ein Blutbad in dem Ausmaß in naher Zukunft erneut in der EU geben könnte.

Doch Frankreichs Premierminister Manuel Valls glaubt: Die Attacken auf das Bataclan und mehrere Restaurants in der Innenstadt werden nicht die letzten islamistischen Terroranschläge in der Größe bleiben. Davor warnte er am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

"Es wird weitere große Anschläge geben, so viel ist sicher"

"Es wird weitere Angriffe geben, große Anschläge geben, so viel ist sicher", sagte Valls wörtlich. Er beschränkte sich aber nicht nur auf Europa, sondern sprach von einer "weltweiten Bedrohung". Dass er damit Recht hat, wurde nicht zuletzt Mitte Januar bei dem Anschlag in Instanbul unter Beweis gestellt.

Der französische Politiker sorgte auch mit der Aussage für Aufsehen, dass er den "Terror auch als Problem innerhalb des Islams" beschrieb. Der Islam in Europa müsse deshalb Antworten gegen den Extremismus finden.

Außerhalb der EU müsse man sich besonders um labile Staaten in Westafrika, die angegriffen werden, Sorgen machen. Valls sprach von einem "asymetrischen Krieg" gegen Terrormilizen, der sich nicht mit Diplomatie gewinnen lasse. Deshalb plädierte er für dessen Ausrottung: "IS und Al-Kaida müssen in ihren Bastionen zerschlagen werden.“ Er forderte, dass sich diesem Ziel alle verschreiben müssten - auch wenn es dazu "einen langen Atem" brauche.

"Der Islam muss Antworten gegen den Extremismus liefern."

Der Vertrag der Syrien-Gruppe an der Münchner Sicherheitskonferenz sei laut Valls ein erster Schritt in die richtige Richtung, den es nun gilt, in die Tat umzusetzen. Die Vereinbarung sieht eine "Ende der Kampfhandlungen" in Syrien vor und stellt einen Hoffnungsschimmer für Syrien dar.

Allerdings steht und fällt dieses Abkommen mit Russland. In seiner Rede teilte Valls deshalb auch gegen Präsident Wladimir Putin aus: Um den Weg des Friedens gehen zu können, müsse das Bombardement der syrischen Bevölkerung durch Russland beendet werden, so der Premierminister.

Russlands Präsident Putin ist dieses Jahr nicht persönlich zur Münchner Sicherheitskonferenz erschienen - stattdessen schickte er Dmitri Medwedew, seinen Regierungschef und ehemaligen "Platzhalter" als Präsident von 2008 bis 2012, als prominenten Gast.

An der jährlich stattfindenden Konferenz treffen sich internationale Sicherheitspolitiker, Militärs und Rüstungsindustrie im "Bayerischen Hof". Die Tagung wird jedes Jahr von Friedensprotesten, unter anderem von Rüstungsgegnern, begleitet. Unter anderem wird die "militärische Ausrichtung" kritisiert.

Mit Material von dpa

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