POLITIK
13/02/2016 17:47 CET | Aktualisiert 13/02/2016 17:56 CET

Assad-Schock: Während die Welt über Frieden spricht, bombt sich Syriens Machthaber den Weg frei

AP

Ungeachtet der Friedensbemühungen für Syrientreiben die Regierungstruppen ihre Offensive bei Aleppo voran. Soldaten von Präsident Baschar al-Assad eroberten am Samstag ein weiteres Dorf in der Nähe der einstigen Millionenmetropole im Norden des Landes. Dies meldeten sowohl das syrische Staatsfernsehen als auch die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hält es für eher unwahrscheinlich, dass die geplante Feuerpause in Syrien binnen einer Woche gelingen kann.

Mehr als 20 Luftangriffe auf die Stadt Tel Rifaat

Der libanesische Hisbollah-Sender Al-Manar berichtete, die Truppen stünden nun oberhalb der Orte Hajan und Anadan. Die Hisbollah-Miliz kämpft auf Seiten von Assad im Bürgerkrieg mit.

Der Vormarsch von Assads Truppen wird massiv unterstützt durch russische Luftangriffe auf Teile von Aleppo, die noch unter Kontrolle der syrischen Rebellen sind. Um die Rebellen von Aleppo vollständig zu umzingeln, müssten die Regierungssoldaten noch mehrere andere Dörfer und Städte einnehmen.

Kampfflugzeuge flogen mehr als 20 Luftangriffe auf die Stadt Tel Rifaat, rund 15 Kilometer von der syrischen Grenze zur Türkei entfernt, wie die Syrische Beobachtungsstelle und ein Aktivist in der nahegelegenen Stadt Asas, Amer Hassan, sagten.

..dann fallen alle nördlichen Teile von Aleppo

Tel Rifaat gilt als Hochburg der ultrakonservativen und mächtigen Gruppe Ahrar al-Scham. "Wenn Tel Rifaat fällt, bedeutet das, dass alle nördlichen Teile von Aleppo folgen werden", sagte Hassan via Skype.

In dem seit 2011 wütenden Bürgerkrieg in Syrien sind mehr als 250.000 Menschen ums Leben gekommen. Millionen flohen aus dem Land, Hunderttausende von ihnen nach Europa.

Am Freitag hatten die USA und Russland einen Plan verkündet, um die Gewalt binnen einer Woche zu stoppen. Es ist jedoch unklar, ob die Kriegsparteien vor Ort sich daran halten. Der russische Außenminister Lawrow äußerte sich am Samstag pessimistisch zu den Chancen, die Feuerpause in dem angestrebten Zeitraum umzusetzen. Er sieht diese bei unter 50 Prozent.

Alltägliche militärische Zusammenarbeit zwischen den USA und Russland sei "das Schlüsselwerkzeug", um für die Lieferung von Hilfsgütern und ein Ende der Feindseligkeiten in Syrien zu sorgen, sagte Lawrow bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Doch sei die Koordination bislang nicht über ein Abkommen zur Vermeidung von Zwischenfällen in der Luft hinaus gegangen.

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