POLITIK
12/02/2016 18:00 CET

Wie Angela Merkel das Frauenbild von Flüchtlingen verändern soll

BERLIN, GERMANY - MAY 06:  German Chancellor Angela Merkel (CDU) (L) and Minister of the Chancellery Peter Altmeier (CDU) arrive for the weekly German federal Cabinet meeting on May 6, 2015 in Berlin, Germany. Surveillance performed on behalf of the American National Security Agency (NSA) has upset many citizens in a country where, after the Nazi and East German Stasi eras, spying by government bodies remains a sensitive topic. Interior Minister Thomas de Maiziere, who was German Chancellor Ange
Adam Berry via Getty Images
BERLIN, GERMANY - MAY 06: German Chancellor Angela Merkel (CDU) (L) and Minister of the Chancellery Peter Altmeier (CDU) arrive for the weekly German federal Cabinet meeting on May 6, 2015 in Berlin, Germany. Surveillance performed on behalf of the American National Security Agency (NSA) has upset many citizens in a country where, after the Nazi and East German Stasi eras, spying by government bodies remains a sensitive topic. Interior Minister Thomas de Maiziere, who was German Chancellor Ange

Spätestens seit der Silvesternacht in Köln wird über muslimische Männer und ihr Frauenbild diskutiert. Vielen stellt sich die Frage, ob muslimische Flüchtlinge archaische Verhaltensweisen nach Deutschland bringen, die sich nicht mit dem westlichen Frauenbild vereinen lassen.

Auch wenn viele Gegenbeispiele zeigen, dass sicher nicht alle so denken - ein syrischer Asylbewerber sagte etwa im Interview mit der Huffington Post, dass in seinen Augen alle Menschen gleich seien und gleich respektiert werden müssen: Bei dem Rest besteht Handlungsbedarf, meint zum Beispiel Kanzleramtsminister Peter Altmaier.

Keine Frage: Aufklärung ist wichtig, schon allein um Missverständnisse zu vermeiden. Während Integrationskurse und Schilder in Hallenbädern langsam zur Normalität werden, bringt der CDU-Politiker nun eine neue Idee ins Spiel. Helfen soll dabei die Kanzlerin höchstpersönlich.

Auf einem Forum anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz sagte Altmaier am Freitag, ein Kommunalpolitiker habe ihm von Flüchtlingen berichtet, die von Frauen keine Anweisungen und nicht einmal Geld akzeptierten, weil das "unter ihrer Ehre" sei.

Für ihn ist die Lösung in solchen Extremfällen von Frauenfeindlichkeit ganz einfach: Mit einem Hinweis auf Angela Merkel sollte man sie doch zur Räson bringen können.

Besonders bei der Frage des Geldes äußerte er sich sehr hart: Wer kein Geld von einer Frau akzeptiere, der entlaste eben die Stadtkassen.

Und wer sich vom weiblichen Geschlecht grundsätzlich nichts sagen lasse, den müsse man nur zum Nachdenken über die Kanzlerin anregen. Man solle den Mann fragen, ob die Bundeskanzlerin denn seiner Meinung nach etwas zu sagen habe - was ja keiner abstreiten könnte.

Den Rest des Prozesses stellt Altmaier sich dann wohl ganz simpel vor: "Und dann muss man ihm erklären, dass es in Deutschland hunderttausende Angela Merkels gibt, die etwas zu sagen haben."

Ja - Merkel kann als starke Frau und Beispiel angeführt werden, dass in Deutschland vieles anders läuft. Nur: Die Umsetzung in Altmaiers Beispiel ist dann doch etwas fragwürdig und vereinfachend.

Da sind Integrationskurse wie die von Hany Rashidy, der selbst vor zwölf Jahren von Ägypten nach Deutschland kam und aus eigener Erfahrung berichten kann, was man über die deutsche Gesellschaft und ihr Frauenbild lernen muss, vielleicht doch der bessere Weg - und da kann man ja auch über Angela Merkel und die politische Macht von Frauen sprechen.

Mit Material von dpa

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