NACHRICHTEN
11/02/2016 05:33 CET | Aktualisiert 11/02/2016 05:34 CET

Zika-Virus: Olympia-Athleten in Angst - so reagiert das US-Team

Aedes Aegypti kann den Zika-Virus übertragen. Das macht auch Olympia-Teilnehmern Angst
AP
Aedes Aegypti kann den Zika-Virus übertragen. Das macht auch Olympia-Teilnehmern Angst

Wegen des Zika-Virus stellt US-Nationaltorhüterin Hope Solo ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im Sommer in Frage. "Wenn die Olympischen Spiel heute stattfänden, würde ich nicht hinfahren", sagte die Fußballerin am Mittwoch (Ortszeit). Zuvor hatte die US-Fußballnationalmannschaft der Frauen gegen Costa Rica bei einem Qualifikationsturnier in Texas 5:0 gewonnen.

"Zum Glück sind die Olympischen Spiele erst in sechs Monaten. Deshalb glaube ich, wir haben noch Zeit, um Antworten auf unsere Zweifel und Fragen zu bekommen."

Wegen Zika: Virus-Spezialisten bei Olympia

Das von Mücken übertragene Zika-Virus hat sich vor allem in Brasilien ausgebreitet. Es löst eine für Erwachsene meist harmlose Infektion aus. Die meisten Infizierten erkranken sogar gar nicht. Doch steht es im Verdacht, für Fehlbildungen bei Neugeborenen verantwortlich zu sein. Die Gesundheitsbehörde hatte Frauen, die schwanger sind oder vorhaben, schwanger zu werden, geraten, vor der Reise nach Brasilien mit einem Arzt zu sprechen.

Das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) reagiert auf die Ängste seiner Athleten, sich bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro mit dem Zika-Virus anstecken zu können. Wie USOC-Geschäftsführer Scott Blackmun am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte, sollen zwei Spezialisten für Ansteckungskrankheiten die US-Delegation beraten.

"Mindestens ein Experte wird eine Frau sein, die besonders versteht, wie wichtig das Thema für unsere weiblichen Athleten ist", so Blackmun.

Zika-Virus: Das sollten Schwangere unbedingt beachten

Erster Infizierter in Chin

Unterdessen wurde bekannt, dass auch in China eine eingeschleppte Zika-Infektion nachgewiesen worden ist. Ein 34-Jähriger habe das Virus im Januar von einem Besuch aus Venezuela mitgebracht. Das berichteten die Gesundheitsbehörden nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua vom Mittwoch.

Der Mann habe nach der Rückkehr plötzlich unter Fieber, Kopfschmerzen und Unwohlsein gelitten. Am 6. Februar sei er im Kreis Ganxian in der ostchinesischen Provinz Jiangsu in Quarantäne gesteckt worden. Er habe sich seither schon wieder erholt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde bereits informiert. "Mit dem Ausmaß der Reisen zwischen China und Südamerika waren importierte Zika-Fälle zu erwarten", sagte der WHO-Repräsentant in China, Bernhard Schwartländer, in Peking.

Das gegenwärtige Risiko eines großen Zika-Ausbruchs in China sei "gering", da das Virus vor allem von Gelbfieber-Mücken (Aedes aegypti) übertragen werde und im Winter keine Brutzeit für Mücken sei, sagte WHO-Vertreter Schwartländer. "Chinas Behörden sind auf diesen Fall und weitere importierte Fälle vorbereitet."

Bei der Ausbreitung des Dengue-Fiebers in der Südprovinz Guangdong habe China auch große Erfolge im Kampf gegen diese Mücke gehabt, worauf aufgebaut werden könne, sagte der WHO-Vertreter.

Das Zika-Virus: Wissenswertes für Reisende

Versuch: So will China die Mückenzahl reduzieren

Im März ist ein weiterer Feldversuch in Südchina geplant, um die Mückenpopulation zu reduzieren, sagte der Professor für Mikrobiologie an der Sun Yat-sen Universität in der südchinesischen Metropole Guangzhou (Provinz Guangdong), Xi Zhiyong, der Zeitung "China Daily".

Millionen von gezüchteten, männlichen Mücken mit Wolbachia-Mikroben sollen ausgesetzt werden. Die Eier der Weibchen, die sich mit diesen Männchen paarten, seien unfruchtbar, was die Population reduziere.

Bei einem Versuch im vergangenen Jahr habe die Mückenpopulation mit dieser Methode um 90 Prozent reduziert werden können, was einen lokalen Ausbruch des Dengue-Fiebers eingedämmt habe, sagte der Wissenschaftler.

Mit dpa-Material.

Auch auf HuffPost:

Gefährliche Krankheitsüberträger: Millionen Ratten nagen sich durch deutsche Städte

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.