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11/02/2016 09:57 CET | Aktualisiert 11/02/2016 10:37 CET

Ärzte warnen: So schaden elektrische Zahnbürsten den Zähnen

Little girl with electric toothbrush.
Mieke Dalle via Getty Images
Little girl with electric toothbrush.

Knapp jeder dritte Deutsche benutzt sie. Und sie werden zunehmend beliebter: Elektrische Zahnbürsten. Rund 200 Millionen Euro geben die Deutschen pro Jahr für die Zahnpflege aus - viel Geld auch für elektrische Zahnbürsten, die von Zahnärzten häufig empfohlen werden.

Jetzt schlagen aber einige Zahnärzte Alarm. Schon länger ist klar, dass elektrische Zahnbürsten nicht unbedingt besser sind als herkömmliche.

Wie die "Daily Mail" berichtet, sind Zahnärzte mittlerweile aber zunehmend mit Zahnschäden konfrontiert, die von der Benutzung elektrischer Zahnbürsten herrühren.

1. Viele Menschen klagen nach dem Gebrauch elektrischer Zahnbürsten über empfindliche Zähne. Der Grund: Die Schutzschicht auf den Zähnen könne durch den Gebrauch abgetragen werden.

Die "Daily Mail" zitiert eine Zahnärztin aus London mit den Worten: "Zu mir kommen immer mehr Patienten mit Zahnabrieb oder Schädigungen des Zahnfleisches." Der Grund seien die "sehr starken" neuen elektrischen Zahnbürsten.

2. Das Problem ist auch, wie eine Studie schon im Jahr 2003 herausfand, dass viele Nutzer zu viel Druck mit der Zahnbürste geben. Das schadet den Zähnen besonders.

3. Viele Nutzer von elektrischen Zahnbürsten würden auch Probleme mit Zahnfleischbluten bekommen, schreibt die "Daily Mail".

4. Zudem könnten die Schwingungen auch den Füllungen schaden.

Aber es sind nicht so sehr die Zahnbürsten selbst, die Schaden anrichten. Sondern wie sie benutzt werden. Die meisten Nutzer würden sie falsch verwenden, sagte eine Zahnärztin der "Daily Mail". Elektrische Zahnbürsten müssten in einem 45-Grad-Winkel auf die Zähne gesetzt werden. Zu häufig würden die Zahnbürsten aber wie herkömmliche Bürsten benutzt, sagt die Zahnärztin. Außerdem sollten Nutzer drauf achten, Bürsten mit weichen Aufsätzen zu nutzen und mit wenig Druck putzen. Kinder sollten nie elektrische Zahnbürsten benutzen.

Ein weiterer Tipp der Zahnärzte, um Schäden zu vermeiden: Nicht direkt nach dem Essen die Zähne putzen, denn dann ist viel Säure im Mund - und die macht die Schutzschicht auf den Zähnen noch empfindlicher.

Aber auch ohne die Schädigung durch die Zahnbürsten steht um die Zahngesundheit der Deutschen nicht gut. Nach einer Zahnfüllung müssen viele Patienten bald erneut zum Arzt. Fast jeder dritte dieser Zähne braucht binnen vier Jahren eine weitere Behandlung, heißt es im Zahnreport 2015 der Barmer GEK.

"Dazu zählen neue Füllungen, Teilreparaturen oder weitere Füllungen für die jeweiligen Zähne", erläutert der wissenschaftliche Leiter der Studie. Bei der Behandlung von schweren Zahnproblemen gibt es laut Zahnreport deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Im Schnitt halten Füllungen, die am häufigsten bei Karies-Therapien eingesetzt werden, demnach zwischen 8,7 und 10,5 Jahren.

Mit Material der dpa

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