POLITIK
10/02/2016 10:12 CET

SPD-Vize: Horst Seehofer hat die "geistige Verwirrung" ereilt

Eine Pappmaché-Figur im Düsseldorfer Karneval zeigt Seehofers Kampf gegen eine offenere Asylpolitik.
dpa
Eine Pappmaché-Figur im Düsseldorfer Karneval zeigt Seehofers Kampf gegen eine offenere Asylpolitik.

Der Ton im Asylstreit zwischen SPD und Union ist wieder einmal schärfer geworden: SPD-Vizechef Ralf Stegner griff am Mittwoch den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer an, der angesichts der Flüchtlingskrise von einer "Herrschaft des Unrechts" gesprochen hatte.

Seehofers Äußerung sei "erkennbar abstrus und spricht entweder für eine besorgniserregende geistige Verwirrung oder ist als Zeugnis für das 'erfolgreiche' Wirken der CSU-Bundesminister zu verstehen", sagte Stegner der Nachrichtenagentur Reuters. Er empfahl dem bayerischen Ministerpräsidenten, sich "seine Orientierung in Demokratiefragen" nicht bei populistischen Staatenlenkern wie dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin abzuschauen.

Weitere Spitze gegen den Politikerkollegen: Bleibe er auf derselben geistigen Linie, sei zu "befürchten, dass Herr Seehofer als nächstes Ziel politischer Bildungsreisen Pjöngjang wählt".

Andere SPD-Köpfe äußerten sich ähnlich: Seehofer habe "jedes Maß verloren", sagte Generalsekretärin Katarina Barley der Deutschen Presse-Agentur. Seine Äußerungen seien wirr und in hohem Maße irritierend. "Entweder zieht er damit historische Verbindungen, die unerhört sind. Oder er hat schlicht kein Geschichtsbewusstsein", sagte Barley.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann nannte die Äußerungen in der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch einen "üblen Missgriff".

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