POLITIK
10/02/2016 22:25 CET | Aktualisiert 11/02/2016 01:10 CET

CDU-Politiker Röttgen fordert radikalen Schritt in Flüchtlingskrise: "Schengen notfalls verkleinern"

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Ganz Europa schaut auf den kommenden EU-Gipfel in Brüssel. Es geht um eine gemeinsame Flüchtlingspolitik der Mitgliedsstaaten, die allerdings zerstritten sind. Deutschland fordert etwa eine europäische Lösung, während sich osteuropäische Staaten dagegen wehren.

Der CDU-Politiker und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, hat nun im Interview mit der "Welt" einen radikalen Schritt gefordert, sollte es zu keiner Einigung kommen.

Auf dem anstehenden EU-Gipfel müsse es "endlich zu einer gemeinsamen Politik der Grenzsicherung, der Flüchtlingsverteilung und -anerkennung im gesamten Schengenraum" kommen, sagte Röttgen der "Welt".

Das Schengen-Ende ist keine Drohung, sondern eine ganz logische Folge

Und weiter: Gelinge das nicht, "wird sich das Schengensystem auf eine kleinere Zahl von Staaten reduzieren. Das wäre dann der Kreis der von Migration betroffen Länder: Deutschland, Italien, Österreich, Benelux, die nordischen Staaten. Und Frankreich muss dabei sein." Röttgen betonte, ein solches Kern-Schengen sei "keine Drohung, sondern eine ganz logische Folge".

Was Röttgen eine "logische Folge" bezeichnet, hätte dramatische Konsequenzen auf dem Kontinent. Schengen, wie wir es kennen, wäre damit zu Ende - stattdessen würde die Reisefreiheit massiv eingeschränkt. Außerdem könnte es einen Keil in die EU treiben. Bereits zuvor hatte Österreich gefordert, Griechenland aus dem Schengen-Raum zu werfen.

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