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10/02/2016 11:51 CET | Aktualisiert 19/01/2018 18:18 CET

Eine Mutter besucht das Grab ihres Sohnes, als das Undenkbare passiert

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Die Familie am Grab

Julie Schreibers Herz war schwer, als sie am Todestag zusammen mit ihrer Tochter Whitney zum Grab ihres Sohnes Tyson fuhr.

Ihr Sohn Tyson aus Oregon war nur 19 Jahre alt geworden.

An einem nebligen Februarabend im Jahr 2012 war er mit dem Auto von einer einsamen Landstraße abgekommen und an den Verletzungen, die er sich durch den Unfall zugezogen hatte, gestorben. Für die Familie brach eine Welt zusammen.

"Er war großartig, es gab keinen Besseren. Er war in allem gut, was er tat... Er war mein bester Freund, ein Held und mein Fels in der Brandung“, sagte Whitney unter Tränen dem lokalen Fernsehender "KOIN 6".

An der Unfallstelle hatte die Familie ein Kreuz aufgestellt. Mutter und Tochter fuhren nun wieder zu dem Kreuz, um Tyson zu gedenken und beim Grab nach dem Rechten zu sehen.

Auf einmal hielt ein Auto neben ihnen.

Das war sehr seltsam, da sich die Unfallstelle an einer einsamen Landstraße befand. Erstaunt musterten Mutter und Tochter die Frau, die auf sie zukam.

Sie war sichtlich aufgeregt, rief ihre Namen und sagte: „Es tut mir so leid, ich habe das nicht so geplant, aber mein Name ist Laura Ericks.“

Julie war erst verwirrt. Dann begriff sie, was die Frau mit Tyson verband.

Laura hatte nach seinem Tod einen Dankesbrief an die Familie geschrieben. Tyson hatte sich nämlich als Organspender registriert, kurz nachdem er seinen Führerschein gemacht hatte. Nach seinem Tod hatte Laura Ericks seine Bauchspeicheldrüse und seine Niere bekommen.

Und damit hatte sie eine zweite Chance erhalten, zu leben.

„Ich denke jeden Tag an ihn. Ich trage ihn in mir, er lebt in mir weiter“ sagte sie dem Fernsehteam von "KOIN 6" über Tyson. Dieses Gefühl von Dankbarkeit war so stark, dass sie sein Grab ausfindig machte und dort hinfuhr. „Ich kann nicht nochmal durch diese Stadt fahren, ohne ihm Danke zu sagen. Ich musste herausfinden, wo er begraben ist.“

Sie hatte aber nicht geplant, dort Tysons Familie anzutreffen.

„Oh mein Gott“, sagte Julie, als sie begriff, wer Laura war. Dann fasste sie sich ein Herz und umarmte Laura.

„Es ist surreal. Sie musste das nicht tun, aber sie hat es getan. Ein Teil von ihm hat seine Familie wieder gefunden“, sagte Julie zu "KOIN 6".

„Es war so vorgesehen, dass das passiert. Sonst wären wir nie zur selben Zeit dort gewesen“, ist sich Laura sicher.

Die berührende Geschichte zeigt, wie wichtig Organspenden für Menschen sind, die dringend neue Organe brauchen. In Deutschland warten derzeit 10 000 Menschen auf ein Spendenorgan, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation berichtet.

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