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10/02/2016 04:00 CET | Aktualisiert 10/02/2016 04:01 CET

Aschermittwoch: Fastenzeit bietet viele Möglichkeiten

Fasten und religiöser Verzicht - ab Aschermittwoch hat man viele Möglichkeiten sein Leben neu zu denken
Tom Merton via Getty Images
Fasten und religiöser Verzicht - ab Aschermittwoch hat man viele Möglichkeiten sein Leben neu zu denken

Die Fastenzeit hat begonnen. Eine Zeit des Verzichts oder auch des bewussteren Lebens. Ganz bewusst, wird eben kein Fleisch oder Schokolade gegessen. Manche schalten im Privatleben einfach einmal das Handy aus.

Die Gründe, die hinter dem Fasten stehen, sind unterschiedlich: Manche machen es für ihre Gesundheit, andere verzichten aus ihrem Glauben heraus. Und daher gibt es auch viele unterschiedliche Wege durch die Fastenzeit:

Für Gesundheitsbewusste: Von Heilfasten bis Basenfasten

Gesundheitsbewusste fasten, um Krankheiten vorzubeugen: Diese fühlen sich (allein durch die Kraft des positiven Denkens) besser und nehmen während des Fastens auch noch ab. Zudem können sie die Chance nutzen und ihre Essgewohnheiten (endlich?) ändern. Wenn ihr euch dazu entscheidet, zu fasten, ist eine gute Vorbereitung ratsam.

Beginnt mit zwei "Entlastungstagen". Esst kleine, leicht verdauliche Portionen von vegetarischen Gerichten. So bereitet ihr euren Körper auf das anstehende Fasten vor. Das raten Experten in der "Welt".

Zudem müsst ihr euch auch entscheiden, wie ihr fasten wollt. Es gibt nämlich verschiedenste Formen.

  • Heilfasten nach Otto Buchinger
  • Heilfasten ist für die meisten Menschen geeignet. Hier reinigt ihr euren Darm mit Glauber- oder Bittersalz sowie mit Einläufen. Danach gibt es mehrere Tage lang nur Gemüsebrühe wegen der Mineralstoffe sowie verdünnte Säfte für die Vitaminzufuhr. Extras: mit Honig gesüßte Tees und Wasser. Maximal 500 Kalorien nehmt ihr so zu euch. Leberwickel und Entspannungsübungen gehören ebenfalls dazu. Besonders bei Rheuma und Bluthochdruck soll das Heilfasten auch eine medizinische Wirkung haben. Seid ihr berufstätig, so solltet ihr währenddessen aber Urlaub nehmen.

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  • Schleimfasten mit Hafer- und Reisschleim
  • Besonders Menschen, die öfter unter Magenproblemen leiden, sollten sich für diese Art des Fastens entscheiden. Das rät Andreas Michalsen, Chefarzt in der Abteilung Naturheilkunde des Immanuel-Krankenhauses in Berlin-Wannsee.

  • Basenfasten
  • Diese Art des Verzichts ist - anders als es der Name glauben macht - eine Art der Diät. Denn hierbei kann man weiterhin essen. Jedoch werden nur basenbildende Nahrungsmittel konsumiert. Zum Beispiel Obst und Gemüse. Auf Fleisch und Genussmittel sowie Zucker wird hingegen verzichtet.

Ärztliche Betreuung nicht vernachlässigen

Wichtig ist: "Das eigentliche Fasten sollte, je nach Fastenart, nicht länger als maximal zehn Tage dauern", erklärt die Ökotrophologin Gabriele Graf von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfallen in der Zeitung "Welt". Wem dies nicht ausreicht, der sollte nur unter ärztlicher Aufsicht länger fasten.

Eine ärztliche Beratung zuvor sowie eine medizinische Betreuung währenddessen sollte aber auch bei kürzeren Fastenzeiten in Betracht gezogen werden.

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Gläubige fasten bis Ostern

Aber man muss nicht auf Essen verzichten. In der Fastenzeiten gibt es auch andere Möglichkeiten. Diese betonen die zwei großen christlichen Kirchen. Drei Projekte aus dem Westen Deutschlands:

  • "7 Wochen ohne"
  • Zu teilen und sich dabei für andere Menschen und Erfahrungen zu öffnen, ist ein Anliegen der evangelischen Fastenaktion "7 Wochen ohne". Deren Motto lautet in diesem Jahr "Großes Herz! Sieben Wochen ohne Enge". Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) erklärt: "Viele Protestanten verbinden mit der geistlichen Praxis auch eine körperliche: den Verzicht auf liebgewonnene Gewohnheiten wie gut essen, rauchen, Alkohol trinken oder Fernsehen schauen."

  • "Autofasten"
  • Beide großen Kirchen im Südwesten laden auch in diesem Jahr wieder zum "Autofasten" ein: Die Christen sind dabei aufgerufen, möglichst selten ins Auto zu steigen und ihre Ziele stattdessen mit Bus, Bahn oder Fahrrad anzusteuern.

  • Fasten-E-Mail
  • "Für mich geht es beim Fasten immer um ein Mehr an Leben", sagt Magdalena Winghofer. Die katholische Ordensschwester in Mainz bietet einen "spirituellen Weg" in Form einer E-Mail-Begleitung an, "für Menschen, die wenig Zeit, aber eine E-Mail-Adresse haben". Mehr als 100 Menschen haben sich bis Fastnacht dafür angemeldet.

    Vor Beginn der Fastenzeit überlege sie sich immer, "wo ich gerade bei mir das Gefühl habe, dass Leben blockiert, gehindert ist, wo ich mir ein Mehr wünschen würde". Wichtig ist ihr eine nachhaltige Veränderung. Es gehe "nicht darum, am Ostersonntag auf mich stolz zu sein, weil ich es 'geschafft', 'durchgehalten' habe, um dann umso mehr auf den Putz zu hauen".

Mit dpa-Material

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