POLITIK
09/02/2016 21:21 CET | Aktualisiert 10/02/2016 03:12 CET

Donald Trump und Bernie Sanders gewinnen Vorwahl in New Hampshire

Donald Trump bei seiner Kampagne in New Hampshire
AP
Donald Trump bei seiner Kampagne in New Hampshire

Es ist eine faustdicke Überraschung - und doch ist es irgendwie keine: Bei der Vorwahl der Republikaner in New Hampshire hat sich Donald Trump durchgesetzt. Die Abstimmung bei den Demokraten entschied Bernie Sanders für sich.

Mit beiden Kandidaten hätten die Beobachter noch vor einigen Monaten nicht gerechnet. Trump ist ein Demagoge und Hetzer, wie ihn die USA im politischen Establishment lange nicht mehr gesehen hat. Er lässt keine Gelegenheit aus, um gegen Minderheiten zu hetzen oder sexistische Bemerkungen zu machen.

Auch dass Sanders so gut abschnitt, kommt einer Revolution gleich. Denn Sanders ist so sozialistisch wie lange kein Spitzendemokrat der Demokraten mehr. Er will nach eigener Aussage die "Herrschaft" der Milliardäre und der Wall Street brechen. Töne, die man in den USA selten hört. In der Demokratischen Partei wurde Sanders lange nicht ernst genommen, ein Sieg von Hillary Clinton bei den Vorwahlen schien sicher.

Aber auch für Trump ist es ein großer Erfolg. Für den New Yorker Milliardär entschieden sich nach mehr als 70 Prozent der ausgezählten Stimmen laut übereinstimmender Angaben mehrerer US-Sender rund 34 Prozent der republikanischen Wähler. Das sind mehr als doppelt so viele wie für den Zweitplatzierten John Kasich, den Gouverneur von Ohio (16 Prozent).

Hillary Clinton fuhr bei den Demokraten eine schmerzhafte Niederlage ein. Bei den Demokraten wird nun interessant, ob Sanders im Zweikampf mit Clinton seine großen Erfolge aus dem Nordosten hinaus auch in andere Teile des Landes wird tragen können. Aktuelle Umfragen in den nächsten wichtigen Vorwahlstaaten nähren daran starke Zweifel.

Es gab eine ungewöhnlich hohe Wahlbeteiligung. Vor vielen Wahllokalen hatten sich lange Warteschlangen gebildet, auf den Straßen der Städte kam es zu Staus.

Mit den Vorwahlen sieben die Parteien ihre Kandidaten aus. Bei den Demokraten sind mit Sanders und Clinton nur noch zwei Bewerber im Rennen. Das Feld der Republikaner ist mit noch acht ernsthaften Kontrahenten deutlich größer. Bei der Wahlbeteiligung in New Hampshire zeichnete sich ein neuer Rekord ab.

New Hampshire ist der zweite Staat im Reigen der Vorwahlen in 50 Staaten sowie dem Washingtoner Hauptstadt-Distrikt of Columbia und fünf Außengebieten. Im Sommer werden große Parteitage den jeweiligen Kandidaten offiziell nominieren. Die Präsidentschaftswahl, bei der der Nachfolger Barack Obamas im Weißen Haus bestimmt wird, findet am 8. November statt.

Mit Material der AP und der DPA

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