VIDEO
08/02/2016 13:36 CET | Aktualisiert 10/02/2016 05:00 CET

Während der Schwangerschaft füllte sich ihr Bauch mit Blut. Der Grund schockierte die Ärzte

Mehr Schwangere als angenommen sind von dem Asherman-Syndrom betroffen
Facebook
Mehr Schwangere als angenommen sind von dem Asherman-Syndrom betroffen

Als die zweifache Mutter Claire Gaylor, 37, von ihrer Schwangerschaft erfuhr, schien die Welt noch in Ordnung. Damals ahnte sie noch nichts von der Tortur, die sie und ihr Ungeborenes zusammen erleben werden müssen.

Nach der Geburt ihrer beiden Töchter, die jetzt 11 und 15 Jahre alt sind, wurde bei ihr das Asherman-Syndrom diagnostiziert. Das Syndrom bezeichnet eine Verwachsung und Verklebung der Gebärmuttervor- und -rückwand. Das Asherman-Syndrom kann durch operative Ausschabungen eines Gewebes in der Gebärmutter hervorgerufen werden.

Aber weder Claire noch die Ärzte machten sich darüber Sorgen, denn die ersten Monate verlief die Schwangerschaft problemlos.

Dann, in der 28. Woche, klagte Claire über starke Schmerzen in ihrer Brust und um ihren Bauch. Die Ärzte hielten es für starkes Herzrasen und verabreichten ihr eine Morphin-Tablette. Doch als ihre Schmerzen stärker wurden und sie das Bewusstsein verlor, begriffen die Ärzte den Ernst der Lage.

"Meine Plazenta wurde durch die Muskeln meiner Gebärmutter in der 28. Woche zerrissen und ich hatte das Gefühl, meine Gebärmutter würde platzen", erzählte Claire der britischen Tageszeitung "Daily Mail".

Die Vernarbung ihrer Gebärmutter hatte zu einer falschen Lage des Mutterkuchens geführt.

Dieser wuchs und wuchs, was dazu führte, dass Claire Gaylor und ihr Ungeborenes in ernster Lebensgefahr schwebten. Nach zehn quälend schmerzvollen Tagen füllten sich ihre Lungen mit Blut und sie fiel ins Koma.

Durch das Asherman-Syndrom vernarbt sich die Gebärmutter. Und da das Syndrom als sehr selten eingestuft wird, ist es sogar in Gynäkologenkreisen relativ unbekannt. Deswegen wird es auch oft zu spät erkannt und zunächst falsch behandelt.

Dabei gehen Experten davon aus, dass das Syndrom viel verbreitet ist, als allgemein angenommen.

Neue Techniken der minimal invasiven gynäkologischen Chirurgie offenbaren nun, dass das Ashberger-Syndrom mindestens eine von 100 Patientinnen nach einer Ausschabung betrifft. In sehr seltenen Fällen kann das Asherman-Syndrom zu einer Störung der Plazentahaftung kommen, einer Placenta Percreta. Dies führte in Claire Gaylors Fall dazu, dass ihre Plazenta nicht aufhörte zu wachsen.

Nachdem sie innere Blutungen durch den Riss der Plazenta erlitten hatte, brauchte sie sechs Blutinfusionen. Um Claires Leben zu retten, entfernten die Ärzte ihre Gebärmutter. Ihr neugeborener Sohn musste via Kaiserschnitt geholt und anschließend zweimal wiederbelebt werden. Er hatte das Blut geschluckt, das sich in der Gebärmutter angesammelt hatte.

Aber die Ärzte schafften es, sowohl die Mutter als auch ihren Sohn zu retten. Beide genießen nun die Zeit zu Hause.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.