WIRTSCHAFT
08/02/2016 10:22 CET

Was ein Amerikaner erlebte, der in der Schweiz arbeiten wollte

Bei der Jobsuche wurde ein US-Amerikaner nur auf Grund seiner Hautfarbe mehrfach abgelehnt
Getty
Bei der Jobsuche wurde ein US-Amerikaner nur auf Grund seiner Hautfarbe mehrfach abgelehnt

Die Schweiz hat ein Rassismusproblem. Dass zeigt sich am Programm der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei SVP, die fast ein Drittel der Sitze im Parlament hält. Und es zeigt sich viel weniger abstrakt. An Geschichten, wie sie der US-Amerikaner und gebürtige Jamaikaner Ethan Sebastian erlebt - vielleicht muss man sogar sagen: erlitten - hat.

Fünf Jahre lang, so erzählte es Sebastian der Schweizer Zeitung "Blick", hatte er versucht, in der Schweiz einen Job zu bekommen. Er kassierte ausschließlich Absagen.

Anderes Foto, durchschlagender Erfolg

Irgendwann hatte er eine Idee: Statt seines eigenen schickte er ein Foto seines verstorbenen weißhäutigen Paten mit. Das Ergebnis: 17 von 20 Unternehmen, die ihn zuvor abgelehnt hätten, hätten den weißen Ron Emler zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

In den USA hatte Sebastian Englische Literatur studiert und danach problemlos bei verschiedenen Verlagen Arbeit gefunden, unter anderem in Großbritannien. Im Zuge der Finanzkrise war er mit seiner Familie in die Schweiz gezogen.

Dort erwies sich die Jobsuche jedoch alles andere als einfach. Er habe sich nicht nur bei Verlagen beworben. Selbst Putzfirmen und Restaurants hätten ihn abgelehnt, trotz Deutschdiploms. "Lange habe ich mich gewundert, warum ich keinen Job finde. Jetzt weiß ich, dass es an meiner Hautfarbe liegt", so Sebastian im "Blick".

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