POLITIK
08/02/2016 12:33 CET | Aktualisiert 09/02/2016 03:22 CET

So krass hetzt Putin Deutsche gegen Merkel auf

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Im Moment machen viele kleine Geschichten die Runde, die zusammen eine große Geschichte erzählen sollen: von einer Gefahr, die Deutschland droht.

Es sind Geschichten russischer Medien – und der Erzähler dahinter ist, wenn auch nicht unmittelbar, Wladimir Putin. Russlands Präsident betreibt eine gigantische Lügen-Maschinerie.

Die Geschichten, so haben Experten beobachtet, folgen alle dem gleichen Muster: Die Ausländer sind die Bösen. Die Toleranz in Deutschland und Europa ist schlecht und gefährlich. Die Behörden wollen Straftaten der Ausländer vertuschen und schützen die Bevölkerung nicht.

Die staatlich gelenkten Medien in Russland zeichnen ein Bild vom Ausland, das Russlands Präsident Putin sehr zupass kommt: Russland ist im Westen wegen seiner Ukraine-Politik politisch isoliert. Eine der Schlüsselfiguren für diese Isolation ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. Destabilisiert Putin Deutschland als eines der mächtigsten EU-Länder, destabilisiert er die ganze Union.

In dieses Schema passt ein neues Propagandavideo, das durchs Internet geistert. Der Titel: "Toleranzwahn in Deutschland." Russland-Experte Boris Reitschuster kommentiert: "Er sät auf unerträgliche Weise Hass gegen Flüchtlinge und Angela Merke.l" Aus Sicht des Experten deute die teure Machart darauf hin, "dass hier keine ,Privatpersonen' am Werk sind". Es gebe "ein hoch professionelles Netzwerk für solche Kreml-Propaganda in Deutschland".

Nur eins von vielen Beispielen. Andere: Zu Unrecht des Mordes beschuldigte Flüchtlinge, angebliche Vergewaltigungen – alles, was Angst macht, ist Putin nützlich.

Wie passend, dass ausgerechnet die von immer mehr Politikwissenschaftlern als rechtsradikal angeseheneAlternative für Deutschland enge Kontakte nach Moskau pflegt. Der brandenburgische Parteichef Alexander Gauland etwa war bereits Ende 2014 gemeinsam mit anderen AfD-Politikern zu Gesprächen in die russische Botschaft eingeladen worden.

Anfang Dezember 2015 schließlich sorgte das Bundesvorstandsmitglied Georg Pazderski für Schlagzeilen. Er hatte in Berlin den stellvertretenden russischen Botschafter, Oleg Krasnitzky, getroffen. "Wir haben eine tiefergehende Zusammenarbeit auf fachlicher Ebene vereinbart“, sagte der AfD-Politiker Pazderski später. Man kann sich gut vorstellen, wie die aussieht.

Mitarbeit: Susanne Klaiber & Tobias Lill

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