POLITIK
13/03/2016 05:49 CET | Aktualisiert 13/03/2016 10:32 CET

Wer zu faul zum Wählen ist, dem wird das eines Tages bitter leid tun

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  • Die Politik kritisiert seit Jahren die sinkende Wahlbeteiligung

  • Niemals zuvor in der deutschen Bundesrepublik hatte eine rechtsradikale Partei derart gute Werte, wie momentan die AfD

  • Wer seine Stimme nicht nutzt, fördert die Rechtspopulisten

Jahrelang haben Politiker der großen Parteien mit besorgten Gesichtern und viel Routine ihre Statements zur sinkenden Wahlbeteiligung abgespult. Die Botschaft war ernst und deswegen womöglich nicht sonderlich aufregend: "Demokratie lebt von Teilhabe!"

Natürlich hatten sie Recht. Alle. Schon damals. Aber wie glaubwürdig war das, wenn Angela Merkel gleichzeitig alles dafür tat, um den Wahlkampf zu vermeiden (wie vor den Bundestagswahlen 2009 und 2013) und die SPD aus lauter Charismamangel schon Wochen vor dem Wahltermin den Kampf um die Herzen und Köpfe der Wähler verzweifelt aufgab?

Die gute Nachricht ist, dass diese Zeiten vorbei sind. Das Taktieren und Lamentieren hat ein Ende.

Niemals zuvor in der Bundesrepublik hatten die Rechtsradikalen so gute Karten wie derzeit

Die schlechte Nachricht: Niemals zuvor in der bundesdeutschen Geschichte hatte eine rechtsradikale Partei derart gute Zustimmungswerte wie derzeit die AfD. Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg am 13. März könnte sie Zugewinne im zweistelligen Prozentpunktebereich erzielen.

In Baden-Württemberg liegt die AfD in Umfragen derzeit bei etwa zehn Prozent, in Rheinland-Pfalz bei acht Prozent und in Sachsen-Anhalt bei 15 Prozent.

Und von einer Sache kann man getrost ausgehen: Jeder einzelne AfD-Wähler hat derzeit ein starkes Motiv, um auch tatsächlich am Wahltag seine Stimme abzugeben. Sei es der Wunsch, einer neuen politischen Kraft zur Geltung zu verhelfen. Oder einfach nur Wut und Ärger über die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin.

Es kommt auf jeden Einzelnenen an

Und deswegen kommt es genau jetzt auf jeden Einzelnen an, der nicht will, dass die AfD die nötige Größe erreicht, um dieses Land zu spalten.

Es gibt keine Ausreden mehr. Noch bei der Bundestagswahl 2013 mag sich manch treuer Unionswähler gedacht haben, dass es am Ende auf seine Stimme nicht mehr ankommt. Und mancher SPD- oder Grünen-Wähler mag aus lauter Perspektivlosigkeit daheim geblieben sein.

Doch wer jetzt seine Stimme verschenkt, fördert damit direkt die AfD. Ihr Anteil am Gesamtergebnis wird mit jedem Bürger steigen, der am 13. März den Platz auf der Couch gemütlicher findet als den Weg zum Wahllokal.

Polen sollte uns ein warnendes Beispiel sein

Die Gefahr ist real. Auch in Polen haben viele (vor allem jüngere) Wähler gedacht, dass sie Demokratie nichts mehr anginge. Dass "die Politiker" ihr eigenes Spiel spielten und dass es keinen Unterschied machen würde, wen man am Ende wählt.

Am Ende schaffte es die Kaczynski-Partei "PiS" mit den Stimmen von knapp 20 Prozent der Wahlberechtigten eine absolute Mehrheit im Parlament zu erzielen. Und viele der Tausenden Demonstranten, die nun Woche für Woche gegen den Abbau demokratischer Rechte in ihrem Land auf die Straße gehen, wünschten sich, sie könnten diesen Irrtum ungeschehen machen.

Aber das ist erst in vier Jahren möglich. Und keiner weiß, was bis dahin noch alles passieren wird.

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