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05/02/2016 15:49 CET | Aktualisiert 06/02/2016 04:58 CET

IG Metall will "Integrationsjahr" für Flüchtlinge einführen

Michael Gottschalk via Getty Images
Berlin, Germany - December 17: Refugees attend a training workshop of arrivo education centre on December 17, 2015 in Berlin, Germany. In this workshop refugees mainly from Africa are taught for vocational training. (Photo by Michael Gottschalk/Photothek via Getty Images)

Es ist ein Vorschlag, der für Diskussionen sorgen könnte. Die IG Metall will ein Integrationsjahr für Flüchtlinge einführen, um sie für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Der Grund: 2015 kamen 380.000 erwerbsfähige Flüchtlinge ins Land. Dem gegenüber stehen 2,1 Millionen offene Stellen.

Der Vorschlag seht vor, dass Flüchtlinge vier Tage arbeiten und einen Tag einen Sprachkurs besuchen. In dieser Zeit sollen die Flüchtlinge einen Tariflohn erhalten. "Wir wollen keine Lohnkonkurrenz zu anderen Arbeitssuchenden", sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann am Donnerstag in Berlin.

Für alle Branchen ist das Modell jedoch nicht geeignet, oft sind die Anforderungen wesentlich komplexer und nicht mit einem Tag Sprachkurs aufzufangen. Chancen sieht die IG Metall vor allem im Handwerk. Hier wird seit Jahren über Nachwuchsmangel geklagt, Metzger oder Handwerker will kaum einer noch werden von den deutschen Jugendlichen, obwohl die Fachkräfte durchaus gefragt sind.

Handwerksverbände und Arbeitgeber zeigen sich aufgeschlossen, die ersten Gespräche sind geführt. Nun geht es ans Eingemachte, schnelles Handeln ist die Devise. Die Idee ist laut einem Papier der IG Metal: Wenn jeder der Betriebe mit mehr als zehn Angestellten einen Integrationsplatz schaffen würde, wäre das Problem gelöst. Davon gibt es Deutschland 420.000. Zur Erinnerung: Erwerbsfähige Flüchtlinge kamen 380.000.

Nur ein Versprechen könnte Hofmann damit nicht einhalten. Nicht nur Teile der 2,1 Millionen offenen Stellen würden besetzt werden, sondern manche Betriebe müssten auch Stellen schaffen. Ob das realistisch ist und bei den Betrieben auf Zustimmung stößt, ist fraglich, die Idee zum Integrationsjahr aber trotzdem eine Gute. Nur mit solchen Vorstößen kann die Integration wohl langfristig gelingen.

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