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05/02/2016 04:17 CET | Aktualisiert 05/02/2016 08:10 CET

Blutspenden gegen Bluthochdruck: Hypertonie-Studie weist Wirkung nach

Blutspenden hilft - und wohl auch gegen Bluthochdruck
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Blutspenden hilft - und wohl auch gegen Bluthochdruck

Blutspenden hat eine positive Wirkung auf Hypertonie. Mit diesem Studien-Ergebnis der Berliner Charité scheint eine Alternativ-Therapie bei Hypertonie gefunden zu sein. Noch in den vergangenen Wochen war darüber diskutiert worden, den Grenzwert für Bluthochdruck von 140 Torr (Millimeter Quecksilbersäule, mmHg) systolisch auf 120 zu senken. Und zwar mit der Folge, dass noch mehr Menschen medikamentös eingestellt werden müssten. Doch sind die neuen Erkenntnisse vielleicht die Wende?

Die Forschergruppe der Charité konnte nachweisen: Regelmäßiges Blutspenden senkt den Blutdruck von Hypertonie-Patienten deutlich und nachhaltig.

Wann treten die positive Effekte durch das Blutspenden auf?

Dafür waren 292 Erst-Spender ein Jahr lang beobachtet worden. 146 von ihnen litten noch zu Beginn der Studie an einem Bluthochdruck von mehr als 140 - so wie rund ein Drittel der erwachsenen Weltbevölkerung. Das berichtet die Carstens-Stiftung. Diese ist eine Fördergemeinschaft für die Bereiche Natur und Medizin.

Bis zu viermal im Jahr spendeten die Probanden je 480 Milliliter Blut, wobei ihre Blutdruck- und Blutwerte vor und nach jeder Spende gemessen wurden. Der positive Effekt auf die Hypertonie-Kranken zeichnete sich bereits nach dem ersten Mal ab: Die Patienten berichteten von einer wohltuenden Wirkung. Dieser nahm mit der Zahl der Blutspenden zu, denn die Blutdrucksenkung fiel von Mal zu Mal größer aus, heißt es in dem Bericht zur Studie.

Wieso hilft Blutspenden bei Hypertonie?

  • Diese Entwicklungen könnten auch auf Veränderungen der Lebensweise zurückzuführen sein. Um dies im Rahmen der Charité-Studie ausschließen zu können, waren die Probanden extra angehalten, in ihrem Leben alles wie bisher beizubehalten. Kontrolliert wurde das zum Beispiel anhand des Körpergewichts.
  • Daher sind sich die Forscher sicher: Das Senken des Blutdrucks ist auf das Blutspenden zurückzuführen. Der Grund dafür ist jedoch noch unklar. Ein Ansatz: "Möglicherweise ist das Verhältnis von alten zu jungen roten Blutkörperchen entscheidend", erklärt Andreas Michalsen, Professor für klinische Naturheilkunde der Charité sowie Vorstandsvorsitzender der Carstens-Stiftung.
  • Übrigens: Nebenwirkungen für Menschen mit einem normalen Blutdruck blieben aus. Bei ihnen konnten keine relevanten Veränderungen festgestellt werden.

Bluthochdruck und Blutspenden - wer profitiert?

Die Idee Blutspenden gegen Bluthochdruck ist nicht ganz neu: An sich erinnert dieser Ansatz einer Hypertonie-Therapie an das Naturheilverfahren des Aderlasses. Jedoch wird beim Blutspenden das Blut weiter genutzt und nicht entsorgt, heißt es in dem Bericht zur Studie. Dadurch können sich Blutdruck-Patienten selbst und anderen gleichzeitig etwas Gutes tun.

Schließlich sollten am besten 15.000 Menschen in Deutschland Blut spenden - und zwar täglich. Denn der Bedarf steigt aufgrund der medizinischen Entwicklungen. So sind viele Operationen, Transplantationen und die Behandlung bösartiger Tumore nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich geworden, betont das Deutsche Rote Kreuz.

Zudem gilt das Blutspenden für Hypertonie-Patienten den Forschern zufolge als nebenwirkungsarm. Bereits in den vergangenen Wochen war allgemein darüber diskutiert worden, was der richtige Blutdruckwert bei Hypertonie ist. Manche Experten sahen eine Senkung von 140 auf 120 für sinnvoll an.

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