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04/02/2016 05:30 CET | Aktualisiert 27/02/2016 06:06 CET

Superfood Stevia ist die pure Süße für Gesundheitsbewusste

Stevia gilt als süße Alternative zu Zucker.
Carolin Voelker via Getty Images
Stevia gilt als süße Alternative zu Zucker.

Es ist viel süßer als Zucker - trotzdem: Stevia darf sich getrost zu den Superfoods zählen: Die südamerikanische Pflanze ist nicht nur ein kalorienarmer Süßstoff, sondern dazu auch noch reich an Nährstoffen. Diabetiker unterstützt sie bei der besseren Regulierung ihres Blutzuckerspiegels.

Seit einigen Jahren ist die südamerikanische Pflanze Stevia Rebaudiana eine wichtige Größe auf dem Markt für Süßes. Die auch "Süßkraut" genannte Pflanze bringt schließlich einige Superlative mit: Ihr Extrakt ist 300 Mal so süß wie Zucker, verursacht keine Karies und hat exakt null Kalorien.

Stevia und die Skepsis der Lebensmittelkonzerne

In ihrer natürlichen Heimat, der Region entlang der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay, wird Stevia seit Jahrhunderten genutzt. Dass es im Westen so lange dauert, hat viel mit der Macht der Lebensmittelkonzerne zu tun. So wurde Stevia in den USA zunächst die Zulassung verweigert, weil der Inhaltsstoff Steviol möglicherweise krebserregend sein könnte.

Pikant: Hinter der Studie steckte der Konzern Monsanto, einer der Hauptproduzenten des Süßmittels Aspartam. Dieser hatte natürlich sein eigenes Interesse daran, Stevia vom Markt zu halten.

In der EU wurde Stevia nach langem Hin und Her im Jahr 2011 von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit die Zulassung erteilt. Die Befürchtungen, Stevia könnte möglicherweise krebserregend sein, kommentierte der Experte Ralf Pude vom Institut für Gartenbauwissenschaft in Bonn: Würden die Ergebnisse der Studien mit Ratten auf den Menschen übertragen, müsste der Mensch schon täglich über die Hälfte seines Körpergewichtes in Form von Stevia-Blättern konsumieren.

Was steckt im Superfood Stevia?

Die Popularität von Stevia hängt vor allem mit dem erwähnten Gehalt von null Kalorien und der Zahnverträglichkeit zusammen. Obendrein steckt Stevia voller gesunder Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen, Phosphor, Calcium und Zink.

In manchen Lebensmitteln ist Stevia ein idealer Süßstoff und trägt zum Erfolg einer Diät bei. Allerdings ist Stevia auch keine Wunderwaffe zum Abnehmen, wie Gesundheitsexperten betonen: Die Kalorien in der Schokolade stammen beispielsweise nur zu einem kleinen Teil vom Zucker. Den größeren Anteil haben Fett und Kakao - und diese stecken auch in mit Stevia gesüßter Schokolade.

Stevia kann jedoch noch mehr, als Lebensmitteln Süße zu verleihen. Die Blätter der Pflanze haben Studien zufolge eine blutdrucksenkende Wirkung. Aus den getrockneten Blättern wird ein Tee zubereitet, von dem täglich zwei oder drei Tassen auf dem Speiseplan stehen sollten. Sie sind anders als die in Lebensmitteln verarbeiteten Stevioglycosiden ein echtes Naturprodukt ohne Zusatzstoffe.

Nicht eindeutig geklärt ist die Vermutung, dass Stevia den Blutzuckerspiegel stabilisiert und somit für Diabetiker besonders gut geeignet ist. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) erklärte, dass Stevia lediglich Patienten zugute komme, die an der seltenen Stoffwechselstörung Phenylketonurie leiden und auf künstliche Süßstoffe wie Aspartam verzichten müssen.

Stevia selbst züchten

Am besten ist es natürlich, die Pflanze selbst zur Verwendung in der Küche zu züchten. Nur dann handelt es sich wirklich um das Naturprodukt Stevia Rebaudiana, wie es auch in Südamerika konsumiert wird. Das in den Laboren der Lebensmittelkonzerne hergestellte Süßmittel, das bezeichnenderweise die Nummer E960 der Lebensmittelzusatzstoffe trägt, ist dagegen kaum natürlicher als Aspartam und Co.

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