WIRTSCHAFT
04/02/2016 15:18 CET | Aktualisiert 30/09/2016 05:03 CEST

Dieses Gesetz aus Frankreich sollte Vorbild für ganz Europa sein

A young boy tips a bowl of apple peels into a compost bin
paul mansfield photography via Getty Images
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Frankreich ist weltweit das erste Land, in dem große Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen.

Der Senat hat am Mittwoch ein entsprechendes Gesetz einstimmig verabschiedet, das schon seit letztem Frühjahr im Gespräch war. Die Neuerung zwingt französische Supermärkte zukünftig dazu, Lebensmittel vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums an Wohltätigkeitsorganisationen und Tafeln zu spenden, anstatt sie wegzuwerfen.

Die Gesetzesneuerung betrifft nur größere Supermärkte ab einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern. Sie sind künftig gezwungen, sogenannte "Spenden-Verträge" mit Hilfsorganisationen einzugehen. Bei einem Verstoß gegen das neue Gesetz drohen den Betreibern Bußgelder in Höhe von bis zu 75.000 Euro oder gar eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren.

Andere EU-Länder sollen dem Beispiel Frankreichs folgen

Für den Transport, die Lagerung und die Verteilung der Lebensmittel sind die Hilfsorganisationen selbst zuständig.

Das Gesetz ist die Reaktion der Regierung auf eine Petition, die von Aktivisten ins Leben gerufen worden war. Sie hoffen nun, dass andere EU-Länder dem Beispiel Frankreichs folgen werden.

Bislang landen in Frankreich jährlich circa 7,1 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Die französische Regierung strebt an, die Lebensmittelabfälle bis 2025 um 50 Prozent zu reduzieren – das neue Gesetz wird auf diesem Weg sicherlich eine Rolle spielen.

Mit Material von dpa

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