POLITIK
04/02/2016 23:00 CET | Aktualisiert 05/02/2016 03:37 CET

Diese Nachricht könnte der Durchbruch im Kampf gegen den IS sein

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Saudische Soldaten bei einer Militärparade

Es könnte ein Durchbruch im Kampf gegen die Terrormiliz IS sein. Saudi-Arabien will Bodentruppen in den syrischen Bürgerkrieg entsenden.

Eine Koalition von Staaten bombardiert den IS bereits mit Flugzeugen. Allerdings lässt sich die Terrormiliz wohl nur durch ein Einsatz mit Bodentruppen endgültig besiegen. Doch bisher schreckten alle westlichen Staaten von einem Kampfeinsatz am Boden zurück. Ihre Haltung war, dass sie einen Einsatz der benachbarten Staaten gegen den IS unterstützen würden, jedoch keine Bodentruppen im großen Stil in den Kampf schicken wollen.

Saudi-Arabien wäre jetzt bereit, diese Truppen zu stellen. Sollten die übrigen Staaten des Anti-IS-Bündnisses einem Bodeneinsatz zustimmen, stehe sein Land bereit, sagte Militärsprecher Ahmed Assiri am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP. Noch im Februar ist ein Treffen der Verteidigungsminister der Koalition in Brüssel geplant, bei dem über das Angebot aus Riad debattiert werden dürfte.

Das Land ist bereits am Kampf gegen den IS beteiligt. Saudi-Arabien fliegt seit September 2014 als Teil des von den USA angeführten Bündnisses Luftangriffe in Syrien. Jetzt sei man aber auch zu einem Bodeneinsatz gegen die Gruppe bereit, sagte Assiri. "Wir sind entschlossen, Daesch zu bekämpfen und zu besiegen." Daesch ist die arabische Abkürzung des IS. Wie viele Soldaten sein Land entsenden könnte, sagte Assiri nicht.

Viele Fragen bleiben aber offen. Das sunnitische Land arbeitet auf einen Sturz des syrischen Diktators Baschar al-Assad hin. Der wiederum wird allerdings vom schiitischen Iran unterstützt, der mit Saudi-Arabien verfeindet ist. Ein Kampfeinsatz Saudi-Arabiens könnte somit zu einem offenen Konflikt mit dem Iran führen und zu einer weiteren Eskalation des Krieges.

Saudi-Arabien ist schon jetzt tief in den Konflikt verstrickt. Es ist im syrischen Bürgerkrieg einer der wichtigsten Unterstützer der radikalislamischen sunnitschen Rebellengruppen Ahrar al-Scham und Dschaisch al-Islam. Auch in den Konflikt im Jemen ist Saudi-Arabien tief verwickelt und kämpft dort aus der Luft und am Boden gegen die schiitischen Huthi-Rebellen, die wiederum vom Iran unterstützt werden.

Die USA äußerten sich daher zurückhaltend. Ein Sprecher des US-Außenministeriums wollte über einen möglichen Bodeneinsatz nicht spekulieren. Die USA seien aber immer froh, wenn Mitglieder des Bündnisses sich mehr einbringen wollten, sagte er.

Angeblich soll auch die Türkei eine Bodenoffensive in Syrien vorbereiten. Das behauptet zumindest Russland. Bilder des Grenzübergangs zwischen dem türkischen Reyhanli und Sarmada in Syrien zeigten, dass dort Verkehrswege aufgebaut würden, auf denen Waffen, Soldaten und Munition transportiert werden könnten, sagte der russische Militärsprecher Igor Konaschenkow am Donnerstag.

Richtet sich dieser Einsatz wirklich gegen den IS? Es steht zu befürchten, dass die Türkei vielmehr gegen die YPG vorgehen will, die Miliz der syrischen Kurden. Die wird vom Westen unterstützt und konnte während ihres Kampfes gegen den IS große Gebiete erobern. Die Türkei fürchtet aber nichts mehr als einen Kurdenstaat an ihrer südlichen Grenze.

Diese Nachrichten könnten also den Durchbruch im Kampf gegen den IS bedeuten - oder die Region in ein noch viel größeres Chaos werfen.

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