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04/02/2016 10:10 CET | Aktualisiert 04/02/2016 10:10 CET

Tiere haben keine Großmütter. Aber Elefanten schon. Und was ihre Omis tun, ist wundervoll

Elefanten im Amboseli National Park
Gallo Images - Michael Poliza via Getty Images
Elefanten im Amboseli National Park

Für viele Kinder gibt es nichts Schöneres, als ein Besuch bei Oma und Opa. Die Großeltern freuen sich meistens sehr, dass ihre Enkel da sind und verwöhnen sie mit Geschenken und Kuchen.

So wichtig und schön Großeltern für viele Kinder sind - im Tierreich scheint es so etwas nicht zu geben.

Die Fürsorge der Tiereltern liegt dabei vor allem bei der Aufzucht ihrer Babys und nicht bei den Nachkommen ihrer Kinder.

Mit Ausnahme der Elefanten.

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Elefanten haben Großmütter und sie spielen für das Überleben der Elefantenkinder eine große Rolle. Weibliche Elefanten ziehen ihre Kinder in kleinen Herden auf, die meist aus anderen Elefantendamen und ihrem Nachwuchs bestehen. Geführt wird die Herde in der Regel von einer alten, erfahrenen Elefantendame.

Phyllis Lee, eine Professorin an der britischen University of Stirling, wollte herausfinden, wie der soziale Zusammenhalt in diesen Herden funktioniert. Dafür analysierte sie die Daten von mehr als 800 Elefanten im kenianischen Amboseli National Park. Diese Elefanten wurden in einem Zeitraum von mehr als vier Jahrzehnten überwacht.

Das Ergebnis der Studie überraschte selbst die Forscherin:

Wenn ein Elefantenbaby eine Großmutter hatte, stiegen seine Überlebenschancen enorm.

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„Das war ein unerwartetes Ergebnis. Wir hätten nicht gedacht, dass wir so einen positiven Zusammenhang zwischen der Präsenz der Großmutter und dem guten Abschneiden der Töchter bei der Reproduktion finden würden“, sagte sie dem amerikanischen Portal „Upworthy“.

Schon lange rätselten Wissenschaftler darüber, dass Elefanten anders altern als viele andere Tiere. Elefantendamen werden nämlich mit erhöhtem Alter unfruchtbar und leben trotzdem noch einige Jahrzehnte weiter. Evolutionsbiologisch ergibt das keinen Sinn:

Wieso sollten sie denn nicht fruchtbar sein, bis sie sterben?

Offenbar gibt es darauf nun eine Antwort: Als Großmütter erhöhen sie die Überlebenschancen der gesamten Familie. Von der Erfahrung und der Fürsorge der Elefantenoma profitiert die ganze Herde und sie kann sich ohne eigenen Nachwuchs ganz auf ihre Rolle als Herdenführerin konzentrieren. „Elefanten sind wirklich nett und hilfsbereit“, erklärte Phyllis Lee.

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Diese Studie ist auch für uns Menschen interessant.

Evolutionsbiologen fragten sich lange, welchen biologischen Sinn die Wechseljahre und das frühzeitige Ende der Fruchtbarkeit bei Frauen haben.

Eine Antwort darauf könnte die Studie von Phyllis Lee sein, die die sogenannte Großmutter-Hypothese stützt. Nach dieser Theorie brachten Omas ihren Familien Vorteile, indem sie sich um die Enkel kümmerten und die Eltern entlasteten.

Das ist auch oft noch in unserer modernen Gesellschaft der Fall. Eine Betreuungsstudie des Deutschen Jugendinstituts ergab, dass jedes dritte Kind im Alter bis zu drei Jahren mindestens einmal die Woche mehrere Stunden bei Oma oder Opa verbringt. Die Großeltern spielen darüber hinaus bei zwei Dritteln der befragten Eltern immer wieder den Babysitter.

Die größte qualitative Untersuchung zu diesem Thema führte der Züricher Soziologe François Höpflinger mit rund 700 Schülern und 500 ihrer Großeltern in der Schweiz durch. Mehr als neun von zehn Befragten betonten bei beiden Seiten, wie wichtig ihnen diese Beziehung sei.

Omi ist eben doch die Allerbeste.

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