POLITIK
04/02/2016 06:55 CET | Aktualisiert 04/02/2016 09:58 CET

Mutmaßliche Terroristen in Berlin: Angriffsziel war wohl auch Checkpoint Charlie

Polizei, Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz haben offenbar Anschläge durch Islamisten in Deutschland verhindert. Bei Razzien gegen mutmaßliche Anhänger der Terrororganisation "Islamischer Staat" in mehreren Bundesländern (Berlin, NRW, Niedersachsen) waren mehrere hundert Polizisten im Einsatz.

"Es geht um mögliche Anschlagsplanungen für Deutschland - konkret für Berlin", sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Martin Steltner, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Laut Informationen der Lokalzeitung B.Z. war ein Ziel der Terroristen der Berliner Alexanderplatz. Bestätigt ist das bisher nicht. Außerdem gibt es Meldungen, dass auch der Checkpoint Charlie zum Ziel werden sollte:

Bei Razzien wurden mehrere Islamisten festgenommen, die ein Attentat in Deutschland oder im europäischen Ausland geplant haben sollen. Darunter ein Mann in Berlin und ein 35-jähriger Algerier in einem Flüchtlingsheim im nordrhein-westfälischen Attendorn. Auch in Hannover gab es laut Informationen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" zwei Festnahmen.

Die Fahnder durchsuchten am Donnerstag ein Flüchtlingsheim in Isernhagen bei Hannover sowie ein Mehrfamilienhaus im Zentrum Hannovers, wie Ermittler bestätigten. Die Fahnder beschlagnahmten mehrere Laptops und Handys.

Männer wurden auch in Algerien gesucht

Allein in Berlin durchsuchten 450 Polizisten vier Wohnungen und zwei Betriebe.

Gegen den 35-jährigen Islamisten, der in Nordrhein-Westfalen festgenommen wurde, hatten die algerischen Behörden zuvor einen Haftbefehl erlassen. Wie Berlins Polizeisprecher Stefan Redlich mitteilte, habe die Polizei dem Festnahme-Ersuchen der algerischen Seite gegen den Verdächtigen wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) entsprochen.

Der Anlass der Durchsuchung in NRW sei aber ein anderer gewesen: Der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in Deutschland. Verdächtig seien vier Männer im Alter zwischen 26 und 49 Jahren, darunter der 35-Jährige.

Besuch in Belgien

Der in Hannover gesuchte IS-Terrorverdächtige hatte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen Verbindungen zur belgischen Islamistenszene. Der 26-Jährige sei vor wenigen Wochen mindestens einmal in die Brüsseler Gemeinde Molenbeek gereist, hieß es.

Dort hatte auch der getötete mutmaßliche Drahtzieher der islamistischen Anschläge in Paris vom 13. November, Abdelhamid Abaaoud, gelebt. Molenbeek gilt als Islamistenhochburg.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.