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03/02/2016 06:53 CET | Aktualisiert 23/02/2016 05:25 CET

Zika-Virus durch Sex übertragen: Erster Fall in den USA bekannt

Durch Sex kann der Zika-Virus übertragen werden. Der erste Fall wurde nun in den USA bekannt.
Linka A Odom via Getty Images
Durch Sex kann der Zika-Virus übertragen werden. Der erste Fall wurde nun in den USA bekannt.

Die Meldungen zum Zika-Virus häufen sich. Bekannt ist daher den meisten, dass eine Mückenart in Lateinamerika die Infektion aktuell verbreitet. Was aber bisher eher Experten für möglich hielten, ist nun Realität geworden: Auch durch ungeschützten Sex kann man sich mit dem Zika-Virus anstecken.

In Texas wurde jetzt erstmals ein solcher Fall gemeldet. Der Patient (oder die Patientin) habe sich beim Sex mit einem Menschen infiziert, der aus einem vom Virus stark betroffenen Land zurückgekehrt war. Das meldete die Gesundheitsbehörde in Dallas am Dienstag.

"Jetzt wissen wir, dass das Zika-Virus durch Sex übertragen werden kann", sagte Zachary Thompson, Direktor der texanischen Gesundheitsbehörde. Das Land oder das Geschlecht der Betroffenen nannte Thompson nicht.

Fünfter Zika-Fall in Deutschland

Laut der Informationsseite des "Robert Koch Instituts" scheint "nur in Einzelfällen die Möglichkeit einer sexuellen Übertragung zu bestehen". Vermutlich habe das aber keinen nennenswerten Einfluss auf die Verbreitung des Erregers. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Zikaviren über die Muttermilch weitergegeben werden können. Das erklärte das Institut auf seiner Seite.

In Deutschland wurde der Virus bisher nur bei Reiserückkehrern festgestellt. Zuletzt wurde am Mittwoch der fünfte Zika-Fall in diesem Jahr bekannt. Der Patient hatte sich nach einem Aufenthalt in Venezuela mit dem Virus angesteckt und war mit typischen Symptomen wie Fieber, Ausschlag und eine Bindehautentzündung in die Düsseldorfer Uniklinik gekommen.

Das teilte das Krankenhaus am Mittwoch mit. Die Infektion sei nach wenigen Tagen vollständig abgeklungen. Der Erreger kann grippeähnliche Symptome verursachen. Der Nachweis dieses Erregers gilt als schwierig. Zudem gibt es in Deutschland nur ein Zika-Referenzlabor: das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

Aber in Deutschland gibt es Experten zufolge keine Gefahr einer Ansteckung. Die das Virus übertragende Moskitoart komme hierzulande nicht vor. In Südamerika breitet sich das Zika-Virus unterdessen weiter stark aus.

Schädelfehlbildungen nehmen zu

Am stärksten vom Zika-Virus betroffen ist Brasilien. Dort steigt unterdessen die Zahl der bestätigten Schädelfehlbildungen bei Babys. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstagabend mitteilte, stieg die Zahl von 270 auf 404 - in 17 Fällen konnte nachgewiesen werden, dass sich schwangere Frauen zuvor mit dem Zika-Virus infiziert hatten. Zuvor waren es sechs Fälle. Zudem werden derzeit noch 3670 Fälle mit einem Verdacht auf Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) untersucht.

Am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Bislang ist das Virus innerhalb weniger Monate in 26 Ländern Lateinamerikas aufgetaucht.

Sechs Monate vor den Olympischen Spielen in Brasilien sorgt dies für große Verunsicherung. Gastgeber Brasilien empfahl Schwangeren, die Spiele im August zu meiden. Für Athleten und andere Besucher bestehe aber keine Gefahr, sagte der Stabschef des Präsidialamtes, Jaques Wagner, vor Journalisten.

WHO-Tipp für Frauen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) riet Frauen mit Blick auf die Olympischen Spiele zur Vorsicht. "Nutzen Sie die Empfängnisverhütung, wenn Sie zu den Spielen reisen", sagte WHO-Experte Anthony Costello. Zudem betonte die WHO erneut, dass die Gefährlichkeit des Erregers nicht mit dem oft tödlichen Ebola-Virus vergleichbar sei.

Die Einstufung als internationaler Gesundheitsnotfall soll dem Kampf gegen das Zika-Virus laut WHO einen neuen Schub verleihen. Eines der Hauptprobleme sei das Fehlen eines zuverlässigen Tests, sagte ein Sprecher. "Wir wissen nicht, wann ein Mensch infiziert ist."

Erstmals wurde der Erreger 1947 im Zika-Wald in Uganda entdeckt. Normalerweise löst es grippeähnliche Symptome oder Hautausschlag aus. Nicht jeder Infizierte erkrankt.

Mit dpa-Material

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