POLITIK
03/02/2016 09:58 CET | Aktualisiert 03/02/2016 10:06 CET

Bürgermeister gibt Kindern empörenden Ratschlag zum Umgang mit Flüchtlingen

Der Bürgermeister der sächsischen Gemeinde Bad Schlema, Jens Müller (Freie Wähler), hat mit einer Äußerung für Empörung gesorgt. Während einer Gemeinderatssitzung berichtete ein Bürger, dass seine Enkelin und andere Schüler von Asylbewerbern in der Nähe einer Unterkunft belästigt worden seien.

Auf die Frage, wie das verhindert werden könne, sagte der Bürgermeister schlicht: "Ganz einfach, indem man dort nicht provoziert und dort nicht entlanggeht."

Ob das der richtige Ratschlag zum Umgang mit Flüchtlingen ist, darf zumindest infrage gestellt werden. Aus Sicht einiger Besucher ist es aber vor allem der falsche Umgang eines Bürgermeisters mit den eigenen Bürgern. Sie hatten sich offenbar eine andere, schärfere Reaktion erhofft und reagierten mit Buh-Rufen und Pfiffen. Müller wiederum sagte nur: "Das ist keine Einwohnerversammlung, sondern eine Gemeinderatssitzung."

Die Stimmung in Bad Schlema scheint gereizt zu sein. Vor der Versammlung hatte die NPD vor dem Rathaus zu einer Kundgebung aufgerufen.

Im Anschluss sagte der Bürgermeister, der angesichts der Lage sicher keine einfache Aufgabe hat: "Es hatte den Anschein, dass die Stimmung kippt." Dabei gebe es bis auf kleine Vorfälle mit den 85 Ausländern in der Gemeinde (rund 4.900 Einwohner) keine Probleme. Aber wenn es um Flüchtlinge geht, lassen sich viele leider nicht mehr von Fakten, sondern nur noch von Emotionen leiten.

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