POLITIK
03/02/2016 10:05 CET | Aktualisiert 03/02/2016 10:33 CET

"Haben in Deutschland nie gelernt zu debattieren": Gottschalk rechnet mit ARD und ZDF ab

Der Moderator und Entertainer Thomas Gottschalk spricht am 21.10.2015 im Internationalem Congress Center in München (Bayern) während der Eröffnung der Münchner Medientage.
dpa
Der Moderator und Entertainer Thomas Gottschalk spricht am 21.10.2015 im Internationalem Congress Center in München (Bayern) während der Eröffnung der Münchner Medientage.

Kritik an ARD und ZDF hat derzeit Hochkonjunktur. Besonders nach den Silvester-Ereignissen in Köln regen sich immer mehr Mahner, die dem deutschen Fernsehen ein strukturelles Versagen vorwerfen. Vom "Willkommens-Rundfunk" ist da angesichts der Flüchtlingsdebatte die Rede, von Propagandaschau und gelenkter Berichterstattung.

Jetzt hat sich Fernseh-Altmeister Thomas Gottschalk zu Wort gemeldet - und den deutschen Sender Einfallslosigkeit vorgeworfen. "Es darf nicht langweilen – doch das tut es meistens", sagte der langjährige "Wetten, dass..?"-Moderator in einem Gespräch mit der Programmzeitschrift "Hörzu".

Kein Wunder, dass Jauch keine Lust mehr hatte

"Wir haben in Deutschland nie gelernt zu debattieren. Hierzulande äußern sich immer die gleichen Leute in unterschiedlichen Sendungen zu den ewig gleichen Themen. Kein Wunder, dass Günther Jauch keine Lust mehr darauf hatte." Jauch hatte im November nach gut vier Jahren den ARD-Polit-Talk aufgegeben.

Gottschalk machte klar, dass ihm das Programm von ZDF und ARD nicht gefällt. "Der "Tatort" ist meistens gut gemacht, der Rest verzichtbar. Was mich wirklich ärgert, ist die öffentlich-rechtliche Ideenlosigkeit. Wenn eine Krimiserie gute Quoten bringt, dann machen wir halt noch eine."

Diese Titel haben keine Garantie auf Erfolg

Auch die Privatsender RTL und ProSieben kommen wegen ihrer Dauershows "Deutschland sucht den Superstar" oder "Germany's next Topmodel" bei Gottschalk nicht gut weg: "Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass diese Titel keine Garantie auf Erfolg bedeuten. Aber offensichtlich gibt es immer noch genügend Träumer, die sich von der Teilnahme an solchen Veranstaltungen den großen Durchbruch erhoffen."

Mit Material von dpa

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