POLITIK
03/02/2016 10:59 CET | Aktualisiert 03/02/2016 11:58 CET

"Gleichberechtigte Unterrichtssprache": Bildungsexperte fordert Arabisch als Schulsprache

Der Präsident der Kühne Logistics University, Professor Thomas Strothotte, fordert die Einführung von Arabisch als Schulsprache in Deutschland: „Hierzulande sollte hinzukommen, dass die Flüchtlingskinder aus dem Nahen Osten Deutsch und die deutschen Kinder Arabisch lernen“, so der Informatik-Professor in einem Gastbeitrag für die "Zeit".

Deutsch und Arabisch sollten damit für alle Schüler bis zum Abitur verpflichtend sein. Neben Deutsch als Kernkompetenz würde so „ein Zugang zur arabischen Welt möglich. Für den Bildungsexperten ist klar: Wir würden damit anerkennen, ein Einwanderungsland und eine mehrsprachige Gesellschaft zu sein“. Wie weit wir davon entfernt sind, zeigt aber die aktuelle Folge von "Hart, aber fair":

Noch anspruchsvoller sei es, Deutsch und Arabisch als gleichberechtigte Unterrichtssprachen zu verwenden. Dadurch würden sich unsere Kinder damit schon jetzt auf den tiefgreifenden Wandlungsprozess des Nahen Ostens vorbereiten, so Strothotte. Dieser werde in den kommenden Jahren einsetzen. Mit dem Erlernen der arabischen Sprache empfehle die deutsche Gesellschaft seine "Kinder als wirtschaftliche, kulturelle und politische Partner, die diesen Transformationsprozess begleiten können“.

Die Forderung des Kanadiers, der seit 1985 in Deutschland lebt, ist allerdings nicht neu. Bereits 2013 regte die Berliner Industrie und Handelskammer (IHK) an, Arabischunterricht an Berliner Schulen einzuführen. "Wir müssen endlich anerkennen, dass Arabisch eine Weltsprache ist, und wir müssen Schritt halten", sagte damals Christian Wiesenhütter, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Berliner IHK. Wenn die Geschäftsbeziehungen so weiterwachsen würden "wie im Augenblick, dann ist die Sprache natürlich ein Faktor".

Jürgen Steltzer, Geschäftsführer der Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft, forderte 2013 ebenfalls ein solches Angebot: Arabisch werde weltweit von etwa 300 Millionen Menschen gesprochen. "Auch im Hinblick auf unser politisches und wirtschaftliches Interesse wäre es nützlich und eigentlich auch überfällig, dass wenigstens an einer weiterführenden Schule Arabisch als Fremdsprache angeboten wird."

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