POLITIK
01/02/2016 23:06 CET | Aktualisiert 02/02/2016 01:04 CET

Bei diesen Worten eines Polizisten läuft es euch kalt den Rücken runter

Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz
DPA
Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz

Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz schlägt Alarm. Angesichts einer Serie von Anschlägen auf Asylunterkünfte am Wochenende warnt er, im gesamten Land herrsche "eine Pogromstimmung, die eine kreuzgefährliche Intensität bekommt".

Die Polizei ist besorgt über die Stimmung in der Gesellschaft. "Ich mache mir wirklich große Sorgen. Wir steuern auf eine Situation zu, in der gewaltbereite Stimmungsmacher die Angst der Menschen bewusst nutzen, um Hysterie gegen die Asylpolitik zu schüren und Gewalt gegen die Flüchtlinge zu rechtfertigen", sagte der Polizeipräsident und Leiter des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) im Interview mit der "Leipziger Volkszeitung".

Fünf Flüchtlingsheime in Sachsen waren am Wochenende Ziel von Anschlägen. In vier Fällen geht der Staatsschutz von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. "In drei Fällen wird wegen Sachbeschädigung ermittelt, in einem Fall wurde Anzeige wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion aufgenommen", teilte das OAZ am Montag mit.

Bei diesen vier Taten geht die Polizei von fremdenfeindlichen Tätern aus:

Freitagabend, Leipzig: Eine etwa fünfköpfige Gruppe versucht, einen selbst gebauten Sprengsatz vor der Fassade einer zukünftigen Asylunterkunft im Stadtteil Meusdorf zu zünden. Der Bausatz aus Spraydosen, Grillanzünder und Papier verursachte laut Polizei allerdings keinen Schaden.

Freitagabend, Grimma: Unbekannte warfen laut Ermittler Steine auf eine Asylunterkunft im Stadtteil Bahren.

Nacht zum Samstag, Leipzig: Ein Unbekannter drang im Stadtteil Holzhausen in das dortige Flüchtlingsheim ein. Der Täter verteilte ein Kraftstoffgemisch auf mehreren Etagen und versuchte dies anzuzünden. Das Feuer erlosch aber nach Polizeiangaben bereits auf der Fußmatte im Eingangsbereich.

Später Samstagabend, Chemnitz: Es wurden mehrere Scheiben eines Flüchtlingsheimes beschädigt, als drei vermummte Männer Steine warfen.

Nach einem Brand vor einer Asylunterkunft in Oelsnitz (Vogtlandkreis) ermittele die Polizei in alle Richtungen, hieß es.

Menschen wurden bei den Übergriffen nicht verletzt. Merbitz betonte aber: "Angriffe gegen Asylunterkünfte sind feige Straftaten, die nicht nur die politische Gesinnung widerspiegeln, sondern auch die Unfähigkeit der Täter, Empathie, Rücksicht und Mitgefühl für Schutzbedürftige zu zeigen."

Auch um die Sicherheit der Polizisten macht er sich Sorgen. "Die Kollegen des sächsischen Polizeidienstes sehen sich immer stärkeren Aggressionen und Belastungen ausgesetzt. Das ist in dieser Form nie dagewesen und nicht hinnehmbar", so Merbitz weiter.

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