POLITIK
01/02/2016 09:10 CET | Aktualisiert 01/02/2016 09:20 CET

So will Köln an Karneval Frauen vor Sex-Übergriffen schützen

So will Köln an Karneval Frauen vor Sex-Übergriffen schützen
dpa
So will Köln an Karneval Frauen vor Sex-Übergriffen schützen

Die Kölner Polizei will an den Karnevalstagen streng gegen jede Form von Gewalt vorgehen. Der neue Polizeipräsident Jürgen Mathies sagte am Montag bei der Vorstellung eines neuen Sicherheitskonzeptes, man werde "konsequent gegen alle vorgehen, die hier über die Stränge schlagen".

Oberbürgermeisterin Henriette Reker versicherte: "Köln handelt - und das nicht nur an den Karnevalstagen." Allerdings räumte sie ein: "Eine Garantie für hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben können." Die Stadt und die Polizei täten aber alles Menschenmögliche, um die Sicherheit zu gewährleisten. Eine Wiederholung massenhafter sexueller Übergriffe so wie in der Silvesternacht dürfe es nicht geben.

Die Maßnahmen, die die Stadt ergreifen will, sind unter anderem:

  • Kölns Stadtdirektor Guido Kahlen kündigte an, dunkle Bereiche in der Stadt besser auszuleuchten, um "Angsträume" abzuschaffen.
  • Auch Reinigungspersonal und andere Angestellte sind explizit angewiesen, aufmerksam zu sein und zu helfen.
  • Insgesamt sind rund 2500 Polizisten in Köln im Einsatz.
  • Bekannten verdächtigen Personen aus dem Rockermilieu und Bandenmitgliedern wurde bereits der Zutritt zu bestimmten Stadtteilen untersagt.
  • Die Videoüberwachung in der Kölner Innenstadt soll während der Karnevalszeit verstärkt werden.

Auch der Vorsitzende der deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sicherte zu, die Übergriffe der Silvesternacht würden sich nicht wiederholen. "Beim Karneval wird es nicht dazu kommen, dass Menschen ausgeraubt oder gedemütigt werden", sagte Wendt im Hessischen Rundfunk.

"Die Polizei hat sich auf die neue Lage vernünftig eingestellt." So ist die Kölner Polizei an Weiberfastnacht im Vergleich mit vergangenem Jahr mit drei Mal mehr Beamten im Einsatz.

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) rechnet allerdings damit, dass es trotz verstärkter Sicherheitsmaßnahmen mehr Anzeigen wegen sexueller Belästigung oder Missbrauch geben könnte. Denn es gebe jetzt "eine höhere Sensibilität und auch ein neues Sexualstrafrecht", sagte Kraft dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Bisher seien sexuelle Übergriffe häufig nicht angezeigt worden.

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