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31/01/2016 07:31 CET | Aktualisiert 31/01/2016 07:34 CET

Stockholms Neonazis machen Jagd auf Flüchtlinge

Maskierte Männer sollen gezielt Jagd auf Flüchtlinge gemacht haben.
Youtube/HLC Media
Maskierte Männer sollen gezielt Jagd auf Flüchtlinge gemacht haben.

Schweden hat im letzten Jahr gemessen an der Bevölkerung die meisten Flüchtlinge in Europa aufgenommen. Aber auch dort gibt es rechte Bewegungen, die sich gegen die Flüchtlinge stark machen. Nun hat sich in der Nacht zum Samstag offenbar eine Gruppe von Rassisten im Zentrum der schwedischen Hauptstadt Stockholm versammelt.

Die maskierten Männer wollten gezielt Jagd auf Flüchtlinge machen. Mehrere schwarz vermummte Männer haben tätliche Übergriffe auf Ausländer verübt. So berichtet ein Augenzeuge: "Als ich vorbeikam, sah ich eine Gruppe von Maskierten und schwarz Gekleideten, die auf Ausländer einschlugen".

Vier Personen sind von der Polizei noch in der Nacht festgenommen worden. Diese sollen unter anderem mit Schlagringen bewaffnet gewesen sein. Einer der Verdächtigen habe einem Polizisten in Zivil sogar ins Gesicht geschlagen. Es wurde trotz fehlender Strafanzeigen ein Ermittlungsverfahren wegen Bildung einer gewalttätigen Vereinigung eingeleitet.

Die Organisatoren riefen dazu auf, "Kindern aus den Straßen Nordafrikas ihre verdiente Strafe zu erteilen". Das Treffen wurde vorab mit Flugblättern und in den sozialen Netzwerken eingeleitet. Berichten zufolge sollen die Teilnehmer der Neo-Nazi-Bewegung SMR ("Schwedische Widerstandsbewegung“) angehören, die auch die rechtspopulistische Seite "nordfront.de" betreiben. Auch aus der Fußball-Hooliganszene sollen Teilnehmer gesichtet worden sein.

Der Polizei war das Treffen bekannt. Deshalb waren auch auf dem zentralgelegen Platz, Sergels Torg, vermehrt Polizisten im Einsatz. Dadurch sollen weitere Ausschreitungen verhindert worden sein. Von Seiten der Polizei gibt es noch keine offizielle Zahl der Angreifer, es wird in Augenzeugenberichten von "hunderten" Teilnehmern gesprochen.

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