POLITIK
31/01/2016 03:40 CET | Aktualisiert 31/01/2016 04:15 CET

"In Putin trifft Seehofer einen Gleichgesinnten" - Geplanter Kremlbesuch des CSU-Chefs stößt auf massive Kritik

dpa
Das Bild zeigt eine früherere Reise Seehofers nach Moskau.

Der geplante Besuch von CSU-Chef Horst Seehofer beim russischen Präsidenten Wladimir Putin in der kommenden Woche löst Empörung in der schwarz-roten Koalition aus. Der bayerische Ministerpräsident will am Donnerstag den Kreml-Chef besuchen.

Und das, obwohl die erfundene Vergewaltigung einer 13-jährigen Russlanddeutschen durch Migranten in den vergangenen Tagen zu schweren diplomatischen Verwerfungen zwischen der Bundesregierung und Moskau geführt hat.

Selbst die CDU ist entsetzt

Der Koalitionspartner SPD, die Opposition, aber auch Außenpolitiker der Schwesterpartei CDU warnen in der "Welt am Sonntag" vor einem Schulterschluss Seehofers mit dem autoritären russischen Staatschef gegen die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

SPD: "Außenpolitik wird in Berlin gemacht"

"Seehofer hat sich in der Flüchtlingsdebatte eindeutig gegen die Bundeskanzlerin positioniert – ich hoffe, dass er die Reise unterlässt", sagte Roderich Kiesewetter (CDU), Obmann für Außenpolitik in der Unionsfraktion der Zeitung. Russland kooperiere „mit rechtsradikalen Parteien – auch bei uns in Deutschland. Wenn Seehofer fährt, muss er die Russen mahnen, die hybride Informationsfälschung und die verdeckte Finanzierung von rechtsradikalen Netzwerken einzustellen."

Auch beim Koalitionspartner SPD sorgen Seehofers Reisepläne für Irritation: "Die Außenpolitik wird in Berlin gemacht, nicht in München", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Niels Annen der „Welt am Sonntag“. Er hoffe, dass Herr Seehofer nach seiner Reise nicht den nächsten Brief an Kanzlerin Merkel schreibe.

Grünen-Mann Trittin: "In Putin trifft Seehofer einen Gleichgesinnten“

Die Grünen sind ebenfalls entsetzt: "In Putin trifft Seehofer einen Gleichgesinnten“, sagt der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin der "Welt am Sonntag". Der eine organisiere in der Union den Widerstand „gegen eine humane Flüchtlingspolitik“. Der andere mobilisiere „über sein Propagandanetzwerk Hunderte von Russlanddeutschen zu feindseligen Demos vor deutschen Flüchtlingsheimen“.

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