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31/01/2016 13:13 CET | Aktualisiert 31/01/2016 13:14 CET

Dieser Fußballplatz erzeugt Energie beim Spielen

Pavegen

Der Stromzähler eines Fußballstadions leistet regelmäßig Schwerstarbeit - schließlich verbrauchen die Flutlichter am Spielfeldrand Unmengen von Energie. Muss die wohl beliebteste Sportart der Welt zwangsläufig mit gigantischem Watt-Verbrauch zusammenhängen?

Nein, es geht anders - und zwar auf eine Weise, die weltweit die Stromnetze entlasten und Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen könnte. Auf einem Fußballfeld der nigerianischen Großstadt Lagos hat das britische Unternehmen Pavegen die wegweisende Technologie eingebaut: Der Rasen ist mit Platten unterlegt, die jeweils die Größe von zwei aneinander gestellten Bierkästen haben. Treten die Spieler darauf, erzeugen die Platten elektrische Energie, die in Batterien fließt.

In Nigeria sind nur wenige Haushalte ans Stromnetz angeschlossen

Aus den Batterien werden bei Dunkelheit die Flutlichter betrieben - kaum zu glauben, aber die Tritt-Energie beim Spiel reicht offenbar aus, um die riesigen Scheinwerfer zu versorgen. In einem Land wie Nigeria, in dem nur eine Minderheit der Haushalte ans Stromnetz angeschlossen ist, ist das eine Einrichtung mit Symbolcharakter.

Die Initiative für das Projekt hat US-Rapper Akon ergriffen, der im westafrikanischen Senegal großgeworden ist. Er weiß: Ein Zustand der "Lichtlosigkeit" ist in vielen afrikanischen Staaten bis heute völlig normal. Seine Wohltätigkeitsorganisation Akon Lighting Africa hat bereits über 100.000 Solarlampen in 15 Staaten installiert - was auch ein Gefühl der Sicherheit in die Städte bringt.

Ein Ölkonzern sponsert das grüne Projekt

Im Fall des Fußballfelds mit den Stromplatten ging es wohl in erster Linie um den Umweltschutz-Aspekt. In einem Land, das sowohl wirtschaftlich als auch bei der eigenen Energieversorgung zum großen Teil vom Öl abhängig ist, macht das Sinn.

Öl begründet allerdings auch einen leicht unguten Beigeschmack des Projekts: Sponsor der Initiative ist, wie im Image-Video auf Youtube prominent zu sehen, der Ölkonzern Shell - was in doppelter Hinsicht unpassend gewählt scheint: Zum einen ist das Hauptgeschäftsfeld des Unternehmens eben nicht grüne Energie, sondern fossile. Zum anderen war Shell vor Ort, in Nigeria, im Jahr 2008 für eine Ölpest verantwortlich, als eine Pipeline barst.

Doch ohne das Mäzenentum zahlungskräftiger Firmen ist ein solches Leuchtturmprojekt wohl gar nicht möglich. Was zählt, ist schließlich, dass auf dem Platz in Lagos Schritt für Schritt Energie entsteht.

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