POLITIK
30/01/2016 06:48 CET | Aktualisiert 30/01/2016 06:48 CET

"Volksparteien begreifen nicht, was da passiert": So erklärt Buschkowsky den Erfolg der AfD

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Die rechtskonservative AfD erlebt gerade ihren zweiten Frühling. Sie hat gute Chancen, bei den kommenden Wahlen in die Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Berlin in die Parlamente einzuziehen.

Der Erfolg speist sich auch aus der Unzufriedenheit in der Bevölkerung über die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. So erklären es Parteienforscher - und jüngst Heinz Buschkowsky, ehemaliger Bürgermeister des Berliner Stadtteils Neukölln.

In einem Interview mit dem Radiosender "Berliner Rundfunk 91,4" sagte er: "Die Bevölkerung hat das Gefühl, dass sie nicht ehrlich informiert wird. Sie hat das Gefühl, einem Propaganda-Mechanismus unterworfen zu sein." Außerdem würden die Regierenden die "Probleme nicht ernsthaft angehen. Da reagiert das Volk etwas krötig". Das führe zu Protest aus dem Volk.

Buschkowsky zeigt sich in dem Interview wütend über den Erfolg der AfD. In dem Interview sagte er:

"Ich kann nicht begreifen, dass unsere Volksparteien nicht begreifen, was da passiert. Es ist auch die Aufgabe der Politik, Stimmungen in der Bevölkerung aufzugreifen und zu kanalisieren. Da kann ich mich doch nicht hinstellen und sagen: "Das Volk ist bescheuert, weil es diese Partei wählt!" Dann muss man als etablierte Politik dafür sorgen, dass diese Partei überflüssig wird!
"

Man nehme nicht zur Kenntnis, "was sich in Europa um uns herum tut." Man spiel sich als die "Oberschlausten" auf.

Er hält deswegen bei der Berliner Wahl ein zweistelliges AfD-Ergebnis für möglich. In einer jüngsten Umfrage des Emnid-"Sonntagstrends" stieg die AfD hinter Union und SPD zur drittstärksten Kraft im Bund auf, vor der Linkspartei und den Grünen.