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28/01/2016 10:12 CET | Aktualisiert 28/01/2016 10:13 CET

Schickt ein neues Virus eine gefährliche Seuche um die Welt?

AP
FILE - In this Jan. 18, 2016, file photo, a female Aedes aegypti mosquito acquires a blood meal on the arm of a researcher at the Biomedical Sciences Institute in the Sao Paulo's University in Sao Paulo, Brazil. The Aedes aegypti can spread the Zika virus, which is spreading in parts of Latin America and the Caribbean and usually causes a mild illness but is now suspected in an unusual birth defect and possibly other health issues. (AP Photo/Andre Penner, File)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will am kommenden Montag entscheiden, ob wegen des gefährlichen Zika-Virus in Lateinamerika ein weltweiter Gesundheitsnotfall ausgerufen werden muss. "Wir sind extrem alarmiert", sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Donnerstag in Genf. Der Erreger verbreite sich in einigen Gegenden nahezu explosionsartig, betonte sie bei einer Sitzung des WHO-Exekutivrates.

Nach WHO-Angaben gibt es in Brasilien möglicherweise 1,5 Millionen Zika-Fälle. Zugleich warnte die UN-Organisation vor Panik. "Das ist nicht Ebola", sagte der WHO-Direktor und Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten, Marcos Espinal.

Der Erreger steht im Verdacht, schwere Schädel-Fehlbildungen bei Ungeborenen zu verursachen, wenn sich die Mutter während der Schwangerschaft damit infiziert: Die Babys kommen mit einem viel zu kleinen Kopf auf die Welt (Mikrozephalie); geistige Behinderung ist die Folge. Vor der starken Ausbreitung galt das Zika-Virus als eher harmlos - typische Symptome sind leichtes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Hautrötungen. Nicht jeder Infizierte erkrankt.

Bisher wurden in Brasilien seit vergangenem Jahr schon 4180 Mikrozephalie-Fälle bekannt - 68 Babys starben. Das Gesundheitsministerium sieht einen klaren Zusammenhang mit dem zuvor kaum bekannten, ursprünglich aus Afrika stammenden Zika-Virus. Auch in Rio de Janeiro, Austragungsort der Olympischen Spiele im August, hat die Zahl solcher Schädelfehlbildungen deutlich zugenommen.

Reisende, die binnen drei Wochen nach der Rückkehr aus einem von Zika betroffenen Land Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Hautrötungen feststellen, sollten laut Robert-Koch-Institut einen Arzt aufsuchen und auf die Reise hinweisen. Ein Bluttest kann dann definitiven Aufschluss geben.

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