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29/01/2016 03:23 CET

Was Kaufland-Kunden nicht erfahren

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Die Handelskette Kaufland steht in Kritik

Regeln sind da um sie zu brechen. Daran sollen sich laut dem Magazin Heilbronner Stimme auch die Subunternehmen der Handelskette Kaufland halten. Das Unternehmen soll über Personaldienstleister ausländische Leiharbeiter zu unglaublichen Bedingungen beschäftigen.

Leiharbeiter unterschreiben sie für sie unverständliche Verträge

Das Magazin konzentriert sich auf das Zentrallager Möckmühl. Hier sollen die Personaldienstleister Loco Service und Rahmer aus Heilbronn und Nürnberg überwiegend osteuropäische Leiharbeiter anstellen. Vor allem Arbeitskräfte aus Polen würden auf eigene Kosten nach Deutschland reisen. Da sie die deutsche Sprache nicht beherrschen, unterschreiben sie für sie unverständliche Verträge.

Scheinbar kostengünstige Wohnungen würden sich als verdreckte Sammelunterkunft mit Dreibett-Zimmern herausstellen. Überstunden würden nicht ausgezahlt, sondern als Ausgleich für beschädigte Ware verwendet. Sicherheitsschuhe müssten selbst bezahlt werden. All diese Vorwürfe würden laut des Magazins von den Personaldienstleistern dementiert.

Die Vorwürfe würden von Kaufland geprüft

Kaufland selbst wirbt auf der Presseseite damit, 2015 zum achten Mal in Folge für seine Arbeitgeberqualitäten ausgezeichnet worden zu sein. So schreibt der Geschäftsleitungsvorsitzende Adrian Viman von Kaufland Deutschland: "Unsere Mitarbeiter sind ein wichtiger Bestandteil unseres geschäftlichen Erfolgs."

Weiter sagt Viman: "Wir sind ein verlässlicher Arbeitgeber, mit fairer Bezahlung, sicherem Arbeitsplatz und einem modernen Arbeitsumfeld." Und weiter: "Mit der Erhöhung unseres Mindestlohns, der über den gesetzlichen Vorgaben liegt, zeigen wir unseren Mitarbeitern, dass wir sie und ihre Arbeit wertschätzen und anerkennen."

Auf Bitte einer Stellungnahme für die Huffington Post Deutschland schreibt Kaufland: "Im Rahmen unserer Werkverträge gelten neben dem Mindestlohn von zehn Euro die Mindeststandards wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Zuschläge für Mehrarbeit, Nachtarbeit, Sonntags- und Feiertagsarbeit."

"Wir tolerieren keine Verstöße"

Weiter heißt es: "Jeder Dienstleister, der mit Kaufland zusammenarbeitet, verpflichtet sich zur Einhaltung dieser Mindeststandards durch die Unterzeichnung einer Selbstverpflichtungserklärung." Dies zu prüfen sei wesentlicher Bestandteil und müsse jährlich von jedem Unternehmen vorgenommen werden.

Zusätzlich beauftrage Kaufland die Durchführung sogenannter Sozial Audits - Eine Bewertung der Unternehmensleistung, welche von unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften unternommen wird.

Verstöße würde das Unternehmen nicht tolerieren. Daher würde die aktuelle Lage bereits geprüft und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen.

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