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28/01/2016 11:28 CET

Der mysteriöse Grund, warum Menschen auf alten Fotos nicht lachen

Der mysteriöse Grund, warum Menschen auf alten Fotos nicht lachen
Mortimer via Getty Images
Der mysteriöse Grund, warum Menschen auf alten Fotos nicht lachen

Ist euch schon mal aufgefallen, dass Menschen auf alten Fotos nie lächeln? Waren die Leute sogar auf Hochzeiten wirklich so bedrückt, wie sie auf ihren Fotos wirken? Das Portal "Vox" ging dem auf den Grund und hat vier Erklärungen herausgearbeitet, warum die Menschen auf den alten Bildern so ernst schauen:

1. Die frühere Technik machte es schwierig

Eine weit verbreitete Erklärung ist die damalige Technik. Die früheren Fotoplatten benötigten eine lange Belichtungszeit. Dafür war es notwendig, sich in dieser Zeit so wenig wie möglich zu bewegen. Ansonsten würden die Fotos bei der kleinsten Bewegung verschwommen aussehen. Da die Belichtungszeit von mehreren Sekunden bis Minuten dauerte, war es fast unmöglich, die ganze Zeit ein Lächeln aufrecht zu erhalten.

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Mit neueren Kameramodellen wurde die Belichtungszeit zwar verkürzt und ein Lächeln war nicht mehr ganz so unmöglich. Trotzdem blieb ein Lächeln weiterhin unüblich.

2. Fotografie wurde beeinflusst von der Malerei

Auch als sich Kameras weiterentwickelten und es nicht mehr so lange dauerte, ein Foto zu schießen: Bilder repräsentierten damals das Idealbild des Lebens und nicht nur einen kleinen Ausschnitt davon. Denn die Fotografie war von der Malerei inspiriert. Für das Model machte es also keinen Unterschied, ob sie für ein Gemälde oder Foto posierten: Ein ernstes Gesicht war einfach üblich.

3. Fotos als Durchgang zur Unsterblichkeit

Besonders die Geschichte der Totenfotografie macht deutlich, dass Menschen Fotos früher auch als Weg zur Unsterblichkeit ansahen. In der Totenfotografie werden kürzlich verstorbene Menschen und Haustiere so fotografiert, als wären sie noch am Leben.

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Sogar Mark Twain, der für seine humoristischen Texte berühmt ist, zeigte sich auf Fotos sehr ernst: "Ich finde ein Foto ist das wichtigste Dokument. Es gibt nichts Belastenderes, als mit einem dummen, albernen Lächeln für immer in die Nachwelt überzugehen."

4. Die Kultur schaute auf Lächelnde herab

Ein letzter Grund könnte sein, dass viele Menschen in den frühen 1900ern dachten, Lächeln wäre nur etwas für Idioten. Nicholas Jeeves erforschte dazu die Geschichte des Lächelns und fand heraus, dass nur Witzbolde auf Fotos lächelten. Die alternative Erklärung, dass die Menschen wegen ihren schlechten Zähnen nicht lächelten, wies Jeeves dagegen ab.

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert missbilligte die Kultur das Lächeln auf Fotos. Heute sind lachende Fotos nicht mehr wegzudenken.

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