POLITIK
27/01/2016 14:12 CET | Aktualisiert 27/01/2016 14:44 CET

Mazedonien schließt Grenze - Balkan-Route ist damit dicht

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Es hatte sich in den vergangenen Tagen schon angekündigt, doch jetzt soll es soweit sein: Mazedonien hat die Grenze zu Griechenland laut Informationen von "Spiegel Online" geschlossen.

Die Folge: Seit einigen Stunden kommen Flüchtlinge nicht mehr über die Grenze. 2400 Flüchtlingen soll der Übertritt bisher verwehrt worden sein. Sie harren derzeit in der Nähe der Grenze aus.

Schon seit Tagen warten rund 2000 Migranten und Flüchtlinge wegen verstärkter Kontrollen in der Nähe der griechisch-mazedonischen Grenze auf die Weiterreise nach Westeuropa. In Mazedonien durften sie schon in den vergangenen Tagen nur noch an einem Grenzübergang passieren.

Die mazedonischen Behörden ließen schon länger nur noch Flüchtlinge aus dem Irak, Syrien und Afghanistan über die Grenze. Zudem wurde nur durchgelassen, wer in Deutschland oder Österreich Asyl beantragen wollte.

Bürger anderer Staaten würden von den mazedonischen Behörden als Wirtschaftsflüchtlinge eingestuft und zurück nach Griechenland geschickt, sagten Vertreter von Hilfsorganisationen im griechischen Rundfunk. Maximal 1600 Flüchtlinge pro Tag kamen in den vergangenen Tagen noch in Richtung Österreich und Deutschland durch. Jetzt sinkt die Zahl vorerst auf Null.

Dass Mazedonien ohne Vorwarnung die Grenze schließt, ist eine weitere Eskalation im Streit um die Bewältigung der Flüchtlingskrise. Schon in den vergangenen Tagen hatten Politiker immer wieder mit einem Ausschluss Griechenlands aus dem Schengen-Raum gedroht.

Nun hat Mazedonien diese Drohung wahr gemacht. Griechenland ist auf dem Landweg damit vom Schengen-Raum abgeschnitten. Den Flüchtlingen bleiben nur die Wege über Albanien und Bulgarien. Die Idee eines Europa der offenen Grenzen ist damit in seinen Grundfesten bedroht. Das Problem auch: Griechenland hat derzeit nicht die Mittel, die Flüchtlinge zu versorgen. Helfer warnen schon seit Tagen vor einer humanitären Katastrophe.

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