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27/01/2016 12:02 CET | Aktualisiert 27/01/2016 12:05 CET

Studie: Wenn Eltern sich so verhalten, werden ihre Kinder bösartig

So verhindert ihr, dass euer Kind später eine Zicke wird
Camille Tokerud via Getty Images
So verhindert ihr, dass euer Kind später eine Zicke wird

So gut wie jeder hatte diese Gruppe von Mädchen oder Jungs in der Klasse, die cooler war als der Rest – und das alle anderen auch spüren ließ. Sie schlossen systematisch bestimmte Mitschüler aus und doch wollte jeder zu ihnen dazu gehören.

Diese Gruppen gibt es nach wie vor.

Was tun, wenn dein Kind auch unter ihnen leidet? Oder noch schlimmer: Was tun, wenn dein Kind eines dieser gemeinen Kinder ist?

Wie eine Studie der Universität Vermont herausfand, sind vor allem jene Menschen fies zu anderen, deren Eltern sie zu Hause besonders kontrollieren oder kontrolliert haben.

Forschungsleiterin Jamie Abaied und ihre Kollegen führten die Studie an 180 Studenten – darunter vor allem Frauen – durch. Sie baten die Studenten, ein schmerzhaftes Ereignis zu beschreiben, in das jemand involviert war, dem sie nahe stehen. Das konnte zum Beispiel ein Streit mit einer Freundin, einem Mitbewohner oder ihrem Freund sein.

Im Anschluss an die Interviews wurde die Schweißproduktion gemessen.

Damit soll erfasst werden, wie hoch das Stresslevel war, wenn die Teilnehmer über diesen bestimmten Moment sprachen.

Bei Teilnehmern mit hoher Erregung gingen die Forscher davon aus, dass sie leichter überreagieren und zum Beispiel eher auf „Senden“ drücken, nachdem sie eine gemeine Nachricht verfasst haben.

Teilnehmer mit niedrigerer Erregung neigten eher zum Nachzudenken, bevor sie andere beleidigten. Parallel zu den Interviews wurde allen Studenten ein Fragebogen ausgegeben, in dem sie nach ihrer Beziehung zu ihren Eltern gefragt wurden.

Die Studie ergab, dass jene Teilnehmer, die von ihren Eltern sehr stark kontrolliert wurden, eher zu Überreaktionen neigten.

Der Grund: Manipulative Eltern lösen bei ihren Kindern Aggressionen aus. Diese Aggression richten sie gegen Menschen um sich herum - ihre Mitschüler, ihre Freunde oder ihre Beziehung.

Die Psychotherapeutin Lisa McCrohan gibt in dem Online-Magazin "Upworthy" Tipps, wie man mit seinen Kindern umgehen sollte, um zu verhindern, dass sie gemein zu anderen sind.

Sie schreibt darin auch über ihre eigene Kindheit und ihre harte Zeit in der Schule. Eine Gruppe von Mädchen machte ihr das Leben zur Hölle.

Ihre Erkenntnis: Das Integrieren und Ausschließen von Menschen zieht sich bis ins Erwachsenenalter.

"Erst kürzlich erzählte mir eine Freundin, dass sie zwei Müttern zuwinkte, die auf der anderen Straßenseite standen und tratschten. Die beiden sahen sie an und lachten sie aus. Das passiert in der Kindheit. Und das passiert erwachsenen Frauen", schreibt sie.

Wer möchte, dass seine Kinder andere integrieren, solle ihnen alle Freiheiten im sozialen Umgang geben, sich nicht einmischen und ihnen lediglich vorleben, wie man andere nicht ausschließt.

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