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27/01/2016 07:21 CET | Aktualisiert 13/01/2017 15:49 CET

Alles Fake im Dschungel? Diese Details weisen auf Schummeleien hin

'Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!'
RTL/ Stefan Menne
'Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!'

Seien wir einmal ehrlich: Jede Staffel geht die Diskussion aufs Neue los, was genau beim Dschungelcamp jetzt echt ist und was nicht.

Dabei mag der ein oder andere Vorwurf durchaus berechtigt sein, einige kann man aber auch getrost ins Reich der Mythen verbannen. Besonders beliebt ist etwa die Verschwörungstheorie, das Dschungelcamp befinde sich in Wahrheit in der Freizeitanlage „Tropical Island“ in Brandenburg.

Da können wir Entwarnung geben: „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ wird tatsächlich in Australien gedreht. Anders ließe sich wohl auch nicht erklären, warum Bordellbesitzer Berti Wollersheim, dessen Frau Sophia Kandidatin im Dschungel ist, nicht beim Auftakt mit dabei sein konnte, weil es Probleme mit seinem Visum gab.

Ja, das Camp befindet sich in Australien. Das heißt allerdings nicht, dass alles so authentisch ist, wie RTL es dem Zuschauer vermittelt.

Fake 1: Der gefährlichste Dschungel der Welt

Keine Sorge, die giftige Spinne, die Menderes Bagci kürzlich heldenhaft entdeckte und von den Parkrangern entfernen ließ, dürfte es tatsächlich gegeben haben. Allerdings war ihre Entdeckung wohl ein Einzelfall.

Denn RTL behauptet zwar, dass sich das Dschungelcamp „im gefährlichsten Dschungel der Welt“ befinde, allerdings sorgen die Produzenten auch dafür, dass sich die Promis nicht wirklich in Lebensgefahr befinden können.

Ein Mitarbeiter von RTL verriet dem „OK Magazin“, dass Ranger vor dem Drehstart durch das Camp marschieren und sämtliche Schlangen und giftigen Tiere entfernen.

Wer sich jetzt fragt, wie das im Dschungel möglich sein soll, dem sei verraten: Das Camp befindet sich gar nicht im tiefsten Dschungel.

Die ZDF-Sendung „Frontal 21“ machte sich bereits 2008 die Mühe, ihre Reporter auf Spurensuche nach Australien zu schicken und deckte auf: Der vermeintliche Dschungel ist ein gigantisches Areal in der Nähe der Kleinstadt Murwillumbah mit künstlich angelegten Seen und Wasserfällen.

"Es war eine einfache Farm", sagte Paul Waters von der Handelskammer Murwillumbah im Interview mit dem ZDF. "Sie haben ein riesiges Camp da gebaut mit Elektrizität und Hubschrauberlandeplätzen."

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Dschungelcamp: Hier liegt der geheime Dschungel

Auch Costa Cordalis erzählte TV-Seelsorger Domian erst kürzlich, dass es sich in Wahrheit um ein schwer bewachtes Fernsehgelände handle, mit Tausenden Kameras und Mikrofonen.

Einige Hinweise darauf kann man in der Show auch erkennen: Während Sonja Zietlow und Daniel Hartwich für ihre Moderation unter dem Regenschirm stehen, weil es wie aus Eimern schüttet, werden die Campbewohner kaum nass.

Der Grund: Um die vielen Kameras vor Nässe zu schützen, musste eine Plane über dem Camp gespannt werden.

Fake 2: Natürliche Schönheiten

Die treuen Zuschauer von „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ lieben es vor allem zu sehen, wie die C-Promis mit all ihrem ohnehin nicht reich gesätem Glamour im Dreck versinken und am Ende das wahre Ich zum Vorschein kommt.

Nicht umsonst gilt die Heldenreise von Ex-"GNTM"-Kandidatin Larissa Marolt in der Staffel 2014 als eines der absoluten Highlights in Geschichte des Dschungelcamps: von der nervigen Zicke zum verängstigten Mädchen auf der Suche nach Liebe und Verständnis.

Wer glaubt, immer die ungeschönte Wahrheit beim Dschungelcamp zu sehen, der achte in dieser Staffel einmal auf die Gesichter der Kandidatinnen.

Mehr zum Thema: "Dschungelcamp 2017" im Live-Stream: "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" online sehen - so geht's

Wie das Magazin "Promiflash" berichtet, hat sich Sophia Wollersheim vorher noch einmal die Nägel machen lassen und Kokosöl und Lippenstift mitgebracht. Jenny Elvers packte in ihren Rucksack Haarspray und Puder mit ein. Auch Topmodel-Kandidatin Nathalie Volk hat immer rote, volle Lippen. Da möchte wohl keine der Damen ihr wahres Ich zeigen.

Doch nicht nur die Nägel von Sophia Wollersheim sind unecht, auch der ein oder andere Baum im Camp.

Dschungel-Urgestein Dr. Bob sorgte erst kürzlich für einen äußerst amüsanten Moment, als er bei seinem Auftritt eine Pflanze mitriss, die sich ganz offensichtlich in einem Topf befand.

Der Ex-"Dschungelcamp"-Arbeiter Craig Cutting plauderte in der ZDF-Sendung "Frontal 21" aus, dass viele der Pflanzen künstlich in das Lager kamen und einige sogar aus Glasfasern hergestellt wurden.

Fake 3: Die Stimmung

Als alteingesessener Dschungel-Fan könnte man wohl damit leben, dass die Liane oder die Brüste der Kandidatinnen unecht sind – aber wohl nicht damit, dass die Sendung angeblich nach Drehbuch abläuft und die Dschungelcamper einfach nur Rollen spielen.

RTL muss sich seit Jahren gegen diese Vorwürfe wehren. Ein Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Spot on news: „Wenn es tatsächlich solche Anweisungen geben würde, hätten wir in der letzten Staffel für mehr Aufregung gesorgt." Daran könnte etwas dran sein.

Costa Cordalis erzählte Domian am Telefon, dass es in der ersten Staffel sehr wohl einige regulative Eingriffe gegeben habe – diese seien per Lautsprecher mitgeteilt worden.

"Du kriegst Befehle. Alle fünf Minuten kommt: Mach das oder mach das." Auch sind nach Cordalis ständig zwei Psychologen vor Ort, die anhand des Verhaltens einschätzen, wer welche Dschungelprüfung gewinnen könnte.

Tatsächlich deuten viele Elemente der Show darauf hin, dass zwar das Ganze nicht nach Drehbuch abläuft, RTL allerdings auch nicht alles dem Zufall überlassen will.

Hat sich zum Beispiel schon mal jemand darüber Gedanken gemacht, wofür es eigentlich eine Nachtwache gibt? Da die giftigen Tierchen ja alle entfernt werden, kann diese Pflicht eigentlich nur da sein, damit sich zwei der Kandidaten ungestört fühlen und munter über die anderen lästern können. Dasselbe gilt für die Schatzsuche.

Die Verantwortlichen überlegen sich auch gut, wen sie wann zum Dschungeltelefon rufen und worüber sie die Kandidaten sprechen lassen.

Damit müssen die Zuschauer wohl leben können. Denn am Ende geht es vor allem darum, dass sich alle gut unterhalten fühlen - und da spielt es keine Rolle, ob eine Plane zu sehen ist, Dr. Bob das falsche Bäumchen umreißt oder Jürgen Milski nur über Menderes spricht, weil es ihm vorhergesagt wurde.

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