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27/01/2016 13:19 CET | Aktualisiert 27/01/2016 13:56 CET

Bericht: DFB vertuschte Hinweise auf Korruption

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Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat offenbar Hinweise auf Korruption jahrelang vertuscht.

Das belegen nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR Ergebnisse der internen Ermittlungen durch die Kanzlei Freshfields, die im Auftrag des DFB die WM-Affäre untersucht. Einer der Zeugen, der bisherige Vize-Generalsekretär Stefan Hans, spricht von einem „Hochreck“ der Verschleierung.

Eine Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro, deren Bekanntwerden die DFB-Affäre im Oktober auslöste, habe in der Buchhaltung „schlüssig ausgesehen“. Den Unterlagen habe man „nicht ansehen“ können, dass damit eine offenbar illegale Zahlung verdeckt werden sollte. Nur ein kleiner Kreis einiger Mitglieder des früheren WM-Organisationskomitees (OK) soll den wahren Zweck der Zahlung gekannt haben. Der DFB hat Hans wegen der Affäre gekündigt, dieser wehrt sich beim Arbeitsgericht.

Das sind die weiteren Erkenntnisse, der Recherchen der SZ:

1. Die Dokumente, die Freshfields vorliegen, legen nahe, dass es im Vorfeld der Vergabe der WM 2006 zu Bestechungsversuchen gekommen ist.

2. Verdächtig ist unter anderem eine Zahlung in Höhe von sieben Millionen Euro. Laut den Recherchen gibt es den Verdacht, dass das Geld quasi als Entschädigung an Südafrika ging. Das Land war 2006 leer ausgegangen. Laut Aussage eines Zeugen war das Geld für "Bolzplätze" bestimmt.

3. Ob der DFB die 7 Millionen Euro am Schluss zahlte oder eine Person ist derzeit nicht klar.

4. Der zurückgetretenen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach hatte wohl jahrelang eine Schmiergeldliste im Vorzimmer liegen. Daraus geht wohl hervor, dass einen Tag vor der Vergabe der WM an einen unbekannten Empfänger 250.000 Dollar überwiesen wurden.

5. Laut der "SZ" gibt es bei Mitgliedern des DFB den Eindruck, dass einige Funktionäre noch nicht alles über die WM-Affäre preisgegeben haben. Den Verdacht befeuern wohl auch weitere Unterlagen über dubiose Zahlungen, die Ermittler gefunden haben.

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