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27/01/2016 06:47 CET | Aktualisiert 29/01/2016 14:49 CET

Umfrage zu bedingungslosem Grundeinkommen: So änderte sich der Arbeitsmarkt, bekäme jeder einfach so Geld

Thomas Barwick via Getty Images
Group of laughing architects discussing project plans at conference table in office

Was passiert, wenn Menschen nicht mehr arbeiten müssen, um überleben zu können? Also alle Menschen einer Gesellschaft, nicht nur Erben, Lottogewinner und andere Glückspilze?

Wenn also alle Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen bekommen, wie es in Deutschland von Linken favorisiert, konkret aber nur von einem Crowdfunding-Projekt für Einzelne realisiert und in Finnland und der Schweiz ernsthaft diskutiert wird?

Die Schweizer Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen hat eine Studie erstellen lassen. An diesem Mittwoch hat sie das Ergebnis veröffentlicht:

Das Institut Demoscope hat dafür am Telefon 1076 Menschen befragt: Was würden die Menschen tun, wenn sie ein bedingungsloses Grundeinkommen bekämen?

  • 2 Prozent würden sicher aufhören zu arbeiten
  • 8 Prozent würden vielleicht aufhören zu arbeiten
  • 22 Prozent würden sich selbstständig machen
  • 35 Prozent würden nachhaltiger konsumieren.
  • 40 Prozent würden sich ehrenamtlich engagieren
  • 53 Prozent würden sich mehr Zeit für die Familie nehmen
  • 54 Prozent würden sich weiterbilden

Nun sind Meinungsbekundungen für hypothetische Fälle so eine Sache. Und höchstwahrscheinlich sagen viele Menschen lieber, dass sie sich bilden oder engagieren wollen, als dem Interviewer kundzutun, dass sie nichts lieber täten, als einfach die Füße hochzulegen. Soziale Erwünschtheit sagen die Soziologen dazu.

Und schön für die Initiative, dass die Umfrage in ihre Auftrag so günstig für sie ausgefallen ist. Denn damit sind Argumente der Kritiker zumindest teils entkräftet. Denn das hieße, dass die Wirtschaft vielleicht nicht den Bach runtergehen würde. Dass es für das Gemeinwohl vielleicht gar keine schlechte Sache wäre.

Fakt ist, dass sich die Studie in ihrer Richtung grob mit einer Studie der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschungim Jahr 2010 für Deutschland deckt.

Demnach hatten 72 Prozent der Erwerbstätigen gesagt, auch mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wie bisher arbeiten zu wollen. Und die Autoren führten an, dass der Staat auch kosten sparen könnte. Denn das Konzept würde „ eine gravierende Verschlankung des staatlichen Verwaltungsapparates mit sich bringen, da alle bisher ausbezahlten Transferleistungen im Bedingungslosen Grundeinkommen zusammengeführt werden. Der bürokratische Aufwand sowohl auf der Seite des Staats als auch auf der Seite der Steuer- und Abgabenpflichtigen könnte so deutlich reduziert werden.“

Entscheidend wird für die Folgen so eines Konzept sein, wie hoch das Grundeinkommen ist. Wie gut es sich damit leben lässt.

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