POLITIK
26/01/2016 23:27 CET | Aktualisiert 27/01/2016 03:41 CET

Terrorexperte: "Islamisten könnten in Kindergärten zuschlagen"

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Nach den Terroranschlägen vom 13. November in Paris

Vor wenigen Tagen kam Europol zu einem düsteren Schluss. Die Polizeibehörde hatte vor neuen Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Europa gewarnt. Die Pariser Terroranschläge vom November markieren Europol zufolge eine deutliche Wende der IS-Strategie.

Die Terrormiliz bilde internationale zusammengestellte Teams aus. Bei der Ausbildung orientiere sie sich an Spezialkräften der Polizei. Der deutsche Terror-Experte Udo Steinbach äußerte sich angesichts dieser Informationen in der Schweizer Zeitung "Blick" besorgt.

Dieser geheime Code soll das nächste Anschlagsziel des IS verraten

Steinbach warnt vor Anschlägen auf "weiche Ziele". Er sagte: "Die Anschläge in Frankreich haben gezeigt, dass auch Jugendliche angegriffen werden. Ich könnte mir daher vorstellen, dass Islamisten auch in Kindergärten zuschlagen könnten.“

Vor allem befürchtet er aber Anschläge auf ein anderes Ziel: den bevorstehenden Karneval im Rheinland. "Solche Veranstaltungen sind schwer zu kontrollieren und werden zu neuen Spielwiesen der Islamisten." Steinbach rechnet mit Angriffen von Schnellfeuerwaffen und Sprengsätzen. "Atombomben kann man ausschließen, und über Giftgas wird nur spekuliert."

An IS-Ausbildungscamps innerhalb Europas glaubt Steinbach nicht. Dafür sei die Kontrolle zu groß. Doch er hält Terrorcamps am Rande Europas für möglich, etwa in Libyen. Das Land sei "zurzeit weniger kontrollierbar als Syrien".

Doch es gibt auch Lichtblicke. So wächst das Vermögen der Terroristen nicht mehr so schnell wie bisher. Die Expansion des IS konnte mehr oder weniger gestoppt werden. Mehrere vom IS eroberte Ölquellen konnten zerstört werden. Zudem ist der Ölpreis am Boden.

Europol hatte in einem Bericht zuvor Geheimdienst-Informationen zusammengefasst. Demnach soll der IS eine spezielle Kommandostruktur für Anschläge im Ausland entwickelt habe. Der IS könne "jederzeit und gegen fast jedes gewählte Ziel" losschlagen. Anschläge etwa auf Nuklearanlagen oder Bahnhöfe seien zurzeit weniger wahrscheinlich. Die Terrormiliz habe eher "softe Ziele" im Visier, wie in Paris.

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