POLITIK
26/01/2016 02:38 CET | Aktualisiert 26/01/2016 02:40 CET

Iran: So brutal ist das Mullah-Regime wirklich

BERLIN - AUGUST 13:  A demonstrator dressed as a victim of a public execution and a man dressed as Iranian Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei join Iranian exiles protesting against execution, stoning and condemns the forced concessions in front of the Brandenburg Gate on August 13, 2010 in Berlin, Germany. 120.000 political prisoners were executed under the 31 years of Mullah-domination in Iran.  (Photo by Andreas Rentz/Getty Images)
Andreas Rentz via Getty Images
BERLIN - AUGUST 13: A demonstrator dressed as a victim of a public execution and a man dressed as Iranian Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei join Iranian exiles protesting against execution, stoning and condemns the forced concessions in front of the Brandenburg Gate on August 13, 2010 in Berlin, Germany. 120.000 political prisoners were executed under the 31 years of Mullah-domination in Iran. (Photo by Andreas Rentz/Getty Images)

Nicht nur zahlreiche Maschinenbauer sind seit kurzem in Hochstimmung. Viele deutsche Firmen hoffen auf riesige Geschäfte im Iran, nachdem die EU zuletzt angekündigt hatte, das Embargo gegen das Land aufzuheben. Es geht um Milliarden-Umsätze.

Derzeit ist der persische Staatschef Hassan Rohani auf Europa-Reise, gestern traf er etwa Italiens Regierungschef Matteo Renzi und hochrangige Wirtschaftsvertreter. Die Menschenrechte dürften dabei keine Rolle gespielt haben.

Vielen Minderjährigen droht Hinrichtung

Dabei hat Iran noch immer eines der brutalsten Justizsysteme der Welt. Dutzenden Straftätern im Jugendalter droht im Iran laut Amnesty International trotz jüngster Justizreformen die Exekution. Die Betroffenen seien für Verbrechen festgenommen worden, die sie vor ihrem 18. Lebensjahr begangen haben sollen, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Viele hätten schon Jahre im Todestrakt verbracht.

Laut Amnesty wurden zwischen 2005 und 2015 im Iran mindestens 73 jugendliche Straftäter hingerichtet, darunter mindestens vier im vergangenen Jahr. Der Großteil sei wegen Mordes zum Tode verurteilt worden, andere wegen Vergewaltigung, Drogenvergehen und Gefährdung der nationalen Sicherheit, unter der auch der Tatbestand der "Feindschaft gegen Gott" fällt.

Kinderbraut muss sterben

Für Aufsehen sorgte 2014 etwa der Fall einer Frau, die mit 15 verheiratet wurde und mit 17 in einem Notwehr-Exzess ihren brutalen Ehemann umbrachte. Sie wurde zum Tode verurteilt. Der internationale Aufschrei war groß, doch es passierte - nichts.

In der Vergangenheit sollen im Iran sogar Kinder gefoltert oder gesteinigt worden sein. Klar ist: In einigen Regionen werden Ehebrecher noch immer gesteinigt.

Doch das spielt für die Verhandlungen der Wirtschaftslobbyisten keine Rolle. Saudi-Arabien etwa richtet Menschen aus noch weit banaleren Anlässen hin als der Iran. Den Wirtschaftsbeziehungen hat das freilich nicht geschadet. Die absolute Monarchie ist noch immer Deutschlands wichtigster Handelspartner in der Golfregion.

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