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26/01/2016 23:54 CET | Aktualisiert 27/01/2016 03:44 CET

"Nein heißt Nein": So erklärt Bonn Flüchtlingen den Karneval

DPA
Mit diesen Flyern erklärt Bonn Flüchtlingen den Karneval

Der Karneval rückt näher. Und damit nehmen Sorgen zu, dass es an den tollen Tagen zu kulturellen Missverständnissen zwischen muslimischen Flüchtlingen und einheimischen Jecken kommen könnte. Oder sogar zu sexuellen Übergriffen wie in Köln an Silvester.

Die Stadt Bonn geht das Problem offensiv an. Mit Handzetteln informiert sie Asylsuchende über die tollen Tage. In acht Sprachen, darunter Englisch, Arabisch und Farsi, wird erklärt, was zum Beispiel mit Bützen, Schunkeln oder Kamelle gemeint ist. "Wir erhoffen uns davon ein besseres Verständnis für die karnevalistischen Bräuche", sagte die Integrationsbeauftragte Coletta Manemann beim Auftakt der Verteilaktion am Dienstag.

"Bützen, das heißt Küsschen auf die Wangen geben", erklärt der Flyer. "Sexuelle Annäherung ist nicht erlaubt! Frauen und Männer müssen immer einverstanden sein. Nein bedeutet Nein!“ Der Flyer erklärt auch, dass Alkohol für viele zum Karneval gehöre, aber im Maßen getrunken werden sollen. Urinieren in der Öffentlichkeit sei verboten.

Neben der Stadt hat auch der Festausschuss Bonner Karneval Flyer herausgegeben. "Uns war es wichtig, die Flüchtlinge auf Augenhöhe über den historischen Brauch, der hier zum Kulturgut und gesellschaftlichen Leben gehört, zu informieren", sagte Prinzenführer Christoph Arnold. Den Flyer habe es bislang nur auf Deutsch für Touristen gegeben, nun gibt es ihn auch in arabischer Sprache.

Die Bezirksregierung Arnsberg arbeitet ebenfalls an einem Info-Flyer zum Karneval. "Der soll landesweit an allen Flüchtlingsunterkünften verteilt werden", sagte Sprecher Christoph Söbbeler. Der Flyer greife die wichtigsten Punkte des Karnevals auf Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch auf.

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