WIRTSCHAFT
26/01/2016 22:37 CET | Aktualisiert 27/01/2016 04:07 CET

Apple meldet Rekordgewinn - trotzdem gerät Tim Cook in Panik

Der Verkauf von iPhones bereitet Tim Cook Sorgen
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Der Verkauf von iPhones bereitet Tim Cook Sorgen

Schlechte Nachrichten für Apple. Zwar konnte der Konzern wieder mal einen Rekordgewinn vermelden - doch andere Nachrichten dürften Tim Cook Sorgen bereiten.

Denn Apple hat die iPhone-Verkäufe im vergangenen Weihnachtsgeschäft kaum noch gesteigert. Das Smartphone ist aber mit Abstand das wichtigste Produkt des IT-Riesen - und das lässt wirtschaftliche Schwierigkeiten für das gerade begonnene Geschäftsjahr erwarten.

Der Absatz legte um schmale 0,4 Prozent auf 76,8 Millionen Geräte zu. Das reichte allerdings, um knapp einen neuen Rekordgewinn von 18,4 Milliarden Dollar (17 Mrd. Euro) zu erzielen. Der Konzern sitzt jetzt auf einem Geldberg von 216 Milliarden Dollar.

Apple verwies auf die schwache Konjunktur. In mehreren wichtigen Märkten habe es durch den starken Dollar Gegenwind gegeben, der Auslandseinnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung für die Bilanz niedriger aussehen lässt. Konzernchef Tim Cook sprach von "extremen Bedingungen, wie wir sie noch nie erlebt haben". Ohne die negativen Währungseffekte hätte es ein Umsatzplus von acht Prozent gegeben, betonte er.

Der Quartalsumsatz legte zu. Im Ende Dezember abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal stieg er um 1,7 Prozent auf 75,87 Milliarden Dollar, wie der Konzern nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Das Weihnachtsgeschäft kurz nach dem Start neuer iPhone-Modelle ist traditionell das wichtigste Quartal für Apple.

Vor einem Jahr hatte Apple in dem Weihnachtsquartal 18,02 Milliarden Dollar verdient. Damals waren die iPhone-Verkäufe mit dem Start der ersten Modelle mit deutlich größeren Displays um 46 Prozent hochgesprungen. Jetzt legte immerhin der durchschnittliche Verkaufspreis pro iPhone im Jahresvergleich um 4 Dollar auf 691 Dollar zu. Dabei hätten ihn die ungünstigen Währungs-Kurse um 49 Dollar nach unten gedrückt, betonte Finanzchef Luca Maestri. Apple hatte in mehreren Ländern die Preise erhöht, um die Kursverluste auszugleichen.

Das iPhone ist das wichtigste Produkt von Apple. Es steuerte im vergangenen Quartal 68 Prozent der Umsätze bei. Dass Apple auf günstige Smartphones im Angebot verzichtet, treibt die Profite nach oben, bremst aber in dem hart umkämpften Geschäft die Marktanteile. Über alle Produktgruppen hinweg sei nun eine Milliarde Apple-Geräte im Einsatz, hieß es am Dienstag.

Der von einigen Analysten befürchtete Einbruch in China blieb aus. Die wirtschaftlichen Turbulenzen in dem Riesenmarkt hatten für Apple weniger Konsequenzen als befürchtet, auch wenn die Wachstumsraten nicht so hoch wie früher waren. Im Jahresvergleich gab es ein Umsatzplus von 14 Prozent, die iPhone-Verkäufe legten um 18 Prozent zu. Apple macht in China nach wie vor rund ein Viertel seines Geschäfts. Der Konzern werde seine Investitionen dort nicht zurückfahren und wie geplant zum Sommer die Zahl seiner Läden von 28 auf 40 hochschrauben.

Zum ersten Mal seit zehn Jahren sinkt der Umsatz. Für das laufende Vierteljahr rechnet Apple mit einem Rückgang. Die Erlösprognose wurde auf 50 bis 53 Milliarden Dollar festgesetzt. Vor einem Jahr machte Apple in dem Quartal bis Ende März noch 58 Milliarden Dollar Umsatz. Es sei damals besonders stark ausgefallen, da noch die Nachfrage nach Engpässen im Weihnachtsquartal abgearbeitet worden sei, erklärte Cook.

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