WIRTSCHAFT
25/01/2016 05:48 CET | Aktualisiert 25/01/2016 06:00 CET

Vermögensverteilung in Deutschland immer ungleicher

Zehn Prozent der reichsten Deutschen gehört mehr als die Hälfte unseres Vermögens
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Zehn Prozent der reichsten Deutschen gehört mehr als die Hälfte unseres Vermögens

Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland: Die oberen zehn Prozent der deutschen Haushalte gehörte im Jahr 2013 über 51,9 Prozent unseres Nettovermögens. 1998 waren es rund sieben Prozent weniger - nämlich 45,1 Prozent.

Andererseits wurden die Armen noch ärmer: 2,9 Prozent des Vermögens verteilte sich Ende der Neunzigerjahre auf die unteren 50 Prozent der Haushalte. Bei der letzten Erhebung 2013 hatte die ärmere Hälfte der Deutschen nur noch rund ein Prozent unseres Nettovermögens zur Verfügung.

Dies machen die Zahlen zur Vermögensverteilung des Bundessozialministeriums deutlich. Deren Grundlage ist die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS), die alle fünf Jahre durchgeführt wird. Zuletzt ist sie im Jahr 2013 erhoben worden.

Und die Tendenzen der vergangenen Erhebungen zeigen: Die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland ist im neuen Jahrtausend stetig größer geworden.

Besonders bei den unteren 50 Prozent ist dieser Trend zu beobachten. Stetig verringerte sich ihr Anteil am Nettovermögen der Deutschen. Zwischen 2003 und 2008 reduzierte sich ihr Part sogar von 2,6 Prozent auf 1,2 Prozent. Zudem haben sie auch nicht profitiert, als die reichsten zehn Prozent der Haushalte von 2008 auf 2013 anteilig leicht verloren habe. Damals rutschten die oberen zehn Prozent von einst 52,9 Prozent des Nettovermögens in Deutschland ein Prozent nach unten. Doch auch die Armen verloren weiter - von 1,2 auf 1 Prozent.

Ein Ende scheint nicht in Sicht. Erst im vergangenen Woche veröffentlichte die Hilfsorganisation "Oxfam" eine Studie, wonach die 62 reichsten Menschen der Welt so viel besitzen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Und das sind 3,6 Milliarden Menschen.

Die Linksfraktion im Bundestag forderte angesichts der Entwicklung ein Umsteuern. "In Deutschland findet eine enorme Umverteilung von unten nach oben statt, die man deutlich anhand der offiziellen Statistiken ablesen kann. Dieser Entwicklung muss Einhalt geboten werden“, erklärte Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann im Gespräch mit der "Passauer Neuen Presse". "Vermögende müssen entsprechend ihrer Leistungskraft zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen. Eine Steuer auf große Vermögen ist überfällig.“

Zimmermann forderte eine Millionärssteuer, bei der die erste Million des Vermögens steuerfrei bleibt. "Danach wird ein Steuersatz in Höhe von fünf Prozent erhoben“, forderte die Linken-Politikerin. "Für ein privates Geld- beziehungsweise Immobilienvermögen von zwei Millionen Euro müssten demnach 50.000 Euro Steuern im Jahr bezahlt werden.“

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