POLITIK
25/01/2016 05:05 CET | Aktualisiert 25/01/2016 05:45 CET

"Judenstern für Flüchtlinge": In dieser Stadt werden Flüchtlinge gezwungen, ein rotes Armband zu tragen

dpa

Flüchtlinge müssen in mehreren Städten im In- und Ausland Bändchen tragen. Kritiker sehen darin eine Stigmatisierung.

Im walisischen Cardiff müssen Flüchtlinge ein rotes Armband tragen, um verpflegt zu werden. Das berichtet der britische "Guardian". Wer das Armband abnimmt, zerstört es - und bekommt so an den drei Essensausgaben pro Tag keine Nahrung.

Das Problem dabei: Die Flüchtlinge sind auf die Verpflegung angewiesen. Sie haben kein Geld, um sich selbst zu versorgen. Sprich: Wer das Armband abnimmt, muss hungern, erzählt ein Flüchtling dem "Guardian".

Manchmal habe er sich geweigert, das Band zu tragen - "und wurde dann bei der Essensausgabe abgewiesen. Ich habe es gehasst, dieses Armband zu tragen."

Hinzu kommt: Flüchtlinge fühlen sich durch das Armband bloßgestellt. Ein Flüchtling erzählte der "Guardian", ihm hätten Autofahrer zugehupt, die riefen: "Geht in eure Länder". Ein anderer sagte: "Die Armbänder geben das Gefühl, zweitklassige Menschen zu sein".

Der Betreiber des Heims sieht offenbar kein Problem in dem Armband. Es enthalte keine Informationen darüber, woher die Flüchtlinge kämen.

Auch in Deutschland gibt es ähnliche Fälle. Aus einer Flüchtlingsunterkunft in Hamburg wurde vergangenes Jahr bekannt, dass Flüchtlinge blaue Armbänder tragen müssen.

In Gütersloh mussten Flüchtlinge ein weißes Armband zur medizinischen Behandlung tragen. Die Kritik war heftig: Als "Judenstern für Flüchtlinge" und "menschenverachtend" wurde die Praktik bezeichnet.

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