NACHRICHTEN
25/01/2016 12:13 CET

"Bebe Zartcreme" erhält Preis als Mogelpackung des Jahres

verbraucherzentrale hamburg
Die "Bebe Zartcreme" hat es auf den ersten Platz der Mogelpackungen geschafft

Die Mogelpackung des Jahres 2015 wurde nun offiziell von der Verbraucherzentrale Hamburg bestimmt. 26.132 Verbraucherinnen und Verbraucher haben gewählt und den undankbaren Titel an die "Bebe Zartcreme" der Firma Johnson & Johnson vergeben.

Wie wir zuvor berichteten, nutzte das Unternehmen die neue Aufmachung für eine Preissteigerung von bis zu 84 Prozent. Teilweise wurde zwar der Preis reduziert, allerdings wurden auch die Packungsgrößen verkleinert. So wurde die 250-Milliliter-Packung 16 Cent günstiger, aber auch um 100 Milliliter weniger. Das ist ein Preisaufschlag von 56 Prozent.

bebe

Die Füllmenge der mittleren Dose, die es vor der Neuaufmachung für 1,05 Euro zu erwerben gab, wurde nicht nur von 75 Milliliter auf 50 Milliliter reduziert. Sie wurde auch um 14 Cent teurer. Für den Verbraucher bedeutet das, dass er gleich 84 Prozent mehr zahlt.

Auf die Konfrontation der Verbraucherzentrale Hamburg reagierte das Unternehmen Johnson & Johnson wie folgt:

"Um sicherzustellen, dass wir Produkte mit höchsten Qualitätsstandards und einer besonders guten Hautverträglichkeit anbieten können, waren zwar auch kleinere Optimierungen der Rezeptur Teil des Relaunches, jedoch sind die Anpassung einiger Formate auf handelsübliche Größen und ein neues Design die hauptsächlichen, mit dem Relaunch erfolgten Veränderungen. (...)“

2. Platz

herta finesse

Die Kaffee-Kapseln "Latte Macchiato Classico" von Tassimo landeten mit 25,4 Prozent der Wahlstimmen auf den zweiten Platz. Hier wurde die Füllmenge nicht nur um die Hälfte reduziert, sondern auch Mogelmilch anstelle von Vollmilchkonzentrat verwendet.

Das heißt, es wurden einzelne Milchbestandteilen wie Sahneerzeugnis, Wasser und Verdickungsmitteln verwendet. Das klingt gar nicht mehr nach einem leckeren Latte Macchiato.

3. Platz

heinz ketchup

Auch das "Heinz Ketchup" hat es durch Verbrauchertäuschung auf den dritten Platz der Mogelpackungen geschafft. So wurde die Füllmenge von 500 Milliliter nicht nur um 100 Milliliter reduziert, sondern auch der Preis um 28 Prozent erhöht. Rabatt-Aktionen, die 25 Prozent mehr Inhalt versprechen (dann also wieder die alten 500 Milliliter), dienen also nur dazu, den Verbraucher hinters Licht zu führen.

4. Platz und 5. Platz

Die Zahnpasta "Dentagard Original" und "Frisches Weiß" sind auf den vierten Rang platziert. Die Füllmenge der Zahnpasta wurde ohne Angabe um ein Viertel reduziert, aber der Preis um ein Drittel erhöht.

Und auf dem fünften Rang platziert sich der Schinken von Herta "Finesse" auf eine ganz besonders dreiste Weise. Der Schinken hat zuvor 2,19 Euro oder 2,29 Euro (je nach Supermarkt) gekostet. Jetzt liegt der Preis unter zwei Euro. Da kann man hervorsehen, dass mehr Verbraucher zu dem "Finesse"-Schinken greifen werden. Dabei wurde der Inhalt von 150 Gramm auf 100 Gramm verringert und somit der Schinken um 30 Prozent teurer.

Außerdem stehen auf der Mogelliste das Shampoo "Wahre Schätze" von Garnier, das "Studentenfutter" von Seeberger und die "Kinderschokolade" von Ferrero.

Das lehrt uns also auf Neue, dass man bei neuen Rezepturen und Aufmachungen erst einmal skeptisch sein und genauer hinschauen sollte.

Lesenswert:

Auch auf HuffPost:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.