POLITIK
25/01/2016 06:42 CET

"Merkel erschießen": Dieser Facebook-Kommentar hat Folgen

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Es ist ein widerlicher Facebook-Kommentar, der nicht ohne Folgen bleiben wird.

Der „Südkurier“ berichtete am 9. Dezember 2015 über einen bevorstehenden Besuch der Kanzlerin in einem Milchwerk in Radolfzell.

Eigentlich nicht weiter spektakulär. Unter dem Facebook-Post mit dem Artikel lud eine Leserin die Kanzlerin sogar zum Kaffee ein. Nun muss man wissen: Merkel hat sich mit ihrer Flüchtlingspolitik viele Feinde gemacht. Und so kommentierte dann auch ein Mann diese Einladung mit: „Hoffentlich erschießt sie dann jemand.“

Der Kommentar wurde daraufhin gelöscht, der Ärger aber blieb. Es handele sich um eine Aufforderung zur Straftat, der Bezug zur Kanzlerin verleihe dem Kommentar außerdem ein zusätzliches Gewicht, zitiert der „Südkurrier“ Bernhard Thum von der Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen.

Seit die Flüchtlingskrise In den Kommentaren zeigen sich widerliche Abgründe. Flüchtlinge, Helfer, Politiker, Promis und Journalisten werden beschimpft. Was vor Jahren noch am Stammtisch gehetzt wurde und nie die biergetränkten Tische verließ, spukt jetzt durchs Netz – öffentlich und justiziabel.

Eine 29-Berlinerin etwa erhielt im Oktober eine Bewährungsstrafe, weil unter einen Zeitungsbericht über Flüchtlinge schrieb: "Weg mit dem Dreck!" Sonst würden "noch viel mehr Asylheime brennen... hoffentlich dann mit vernagelten Türen".

Und als eine 25-Jährige aus Tettenweis einen Spendenaufruf für Flüchtlinge wie folgt kommentierte: "I hätt nu a Gasflasche und a Handgranate rumliegen für des Gfrast. Lieferung frei Haus“ – erhielt sie eine Geldstrafe von 7.500 Euro.

Ähnliches droht auch dem „Südkurier“-Facebookleser mit seinem Aufruf, Merkel zu erschießen. Gegen den aus Breisach stammenden Mann läuft ein Ermittlungsverfahren. Jetzt droht eine Geldstrafe, außerdem eine Vorladung.

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