POLITIK
25/01/2016 12:22 CET | Aktualisiert 25/01/2016 12:47 CET

Aussteiger rechnet mit Bürgerwehr ab: "Sie bringen sich selbst in Gefahr"

"Sie bringen sich selbst in Gefahr": Aussteiger rechnet mit Bürgerwehr ab
dpa
"Sie bringen sich selbst in Gefahr": Aussteiger rechnet mit Bürgerwehr ab

Nach den Ereignissen der Silvesternacht haben sich Menschen vielerorts in Deutschland zu Bürgerwehren zusammengeschlossen, um in ihren Städten für Ordnung zu sorgen und Frauen vor "aufdringlichen Sextätern" zu beschützen, wie sie sagen.

Zuletzt löste die Düsseldorfer Bürgerwehr "Einer für alle, alle für einen ... Düsseldorf passt auf" Aufregung aus. Nach nur wenigen Tagen hatte die gleichnamige Gruppe auf Facebook bereits 13.000 Fans.

Doch nach einem einzigen Spaziergang stellen die selbsternannten "Hilfssheriffs" ihre Tätigkeit wieder ein: Die Organisatoren befürchteten eine Eskalation auf der Straße, gleich beim ersten Einsatz mussten die Polizei die "besorgten Bürger" vor Angreifern aus dem linken Spektrum bewahren.

Nun hat sich einer der Initiatoren in einem Interview mit dem "WDR" zu Wort gemeldet: Der Mann - von der Redaktion Frank T. genannt - sprach von einer "chaotischen Organisation" und riet den Düsseldorfern davon ab, sich der umstrittenen Gruppierung anzuschließen.

"Da haben sich Menschen getroffen, die hatten eine Grundidee, die sie aber nicht formulieren konnten. Sie wollten etwas verändern, aber der Weg war ziemlich unklar", erzählte der Mann. Frank T. sagte außerdem, er habe Dutzende Befürworter aus der Facebook-Gruppe entfernt, deren Profile auf eine Sympathie auf rechte oder gar rechtsextreme Gruppierungen schließen ließen.

Da weitere rechte Gruppenmitglieder nicht ausgeschlossen wurden, verließ T. die "bunt zusammengewürfelte Truppe". Er sieht in der Vereinigung eine Gefahr für Düsseldorf: "Sie bringen sich selbst und die Sicherheit auf der Straße in Gefahr."

Die Polizei sieht Bürgerwehren vielerorts kritisch. Denn offenbar ist es keine Seltenheit, dass Rechtsextreme sich da engagieren und organisieren. In verschiedenen bayerischen Städten gibt es eine Alternative für Bürger, die sich engagieren wollen: die Sicherheitswacht. Ihre Mitglieder werden von der Polizei geschult und unterstehen ihr auch.

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