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23/01/2016 05:19 CET | Aktualisiert 23/01/2016 05:30 CET

"Sehen keine andere Möglichkeit": Freiburger Clubs lassen Flüchtlinge nicht mehr rein

Es ist ein radikaler Schritt, der für Diskussionsstoff sorgen dürfte: In nahezu allen Clubs der Stadt Freiburg haben Flüchtlinge künftig keinen oder nur noch begrenzt Zutritt. Das berichtet die "Badische Zeitung". Zuvor war es in einigen Lokalen zu Zwischenfällen mit Asylbewerber gekommen, wie die Zeitung schreibt.

Da Freiburg für gemeinhin als weltoffen gilt, überrascht dieser Schritt umso mehr.

Klare Worte finden die Betreiber des links-alternativen Musik-Clubs "White Rabbit": "Wir haben beschlossen, dass wir vorerst keine Menschen mehr reinlassen werden, die nur eine Aufenthaltsgestattung besitzen." Dies sei keine einfache Entscheidung gewesen, aber die Gastronomen würden derzeit keine andere Möglichkeit sehen, "gewisse Probleme mit Geflüchteten in den Griff" zu bekommen.

Vermehrt war es in der Vergangenheit zu Straftaten durch Flüchtlinge gekommen: Neben Diebstählen und einer Messerattacke auf einen Türsteher berichten die Clubbetreiber auch von sexuellen Belästigungen, Verabreichen von K.o-Tropfen und einer versuchten Vergewaltigung.

Zudem sollen Aslysuchende in die Kabinen der Damen-Toiletten eigedrungen sein. Eine Besucherin des "White Rabbit" berichtete gegenüber der "BZ" von einem Vorfall im Dezember: "Eine große Gruppe afrikanischer Männer ist gekommen und hat tanzende Besucherinnen belästigt". Die Situation sei "voller männlicher Gewalt" gewesen.

Die Vorfälle wurden nur selten angezeigt, so dass die Freiburger Polizei keine Zunahme der Straftaten in diesem Bereich festgestellt hat. Die Polizei will nun nachts noch stärker Personenkontrollen durchführen. Auch in anderen Freiburger Lokalen gelten nun strengere Regeln für Flüchtlinge.

Ein Betreiber einer Diskothek in der Freiburger Innenstadt erklärte, in seinem Club dürften Asylsuchende bereits seit Monaten nur zu bestimmen Veranstaltungen hinein, etwa zu Reggae-Abenden. Die Studentendisko "El.Pi" gewährt jeden Abend nur einer kleinen Gruppe Flüchtlinge Einlass.

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Ingolstädter Diskothek Flüchtlingen den Eintritt verweigert. Mit ihren verschärften Maßnahmen bewegen sich die Gastronomen rechtlich auf äußerst dünnem Eis. "Ein Club müsste, wenn er verklagt wird, vor Gericht beweisen, dass er nicht diskriminiert hat", zitiert die Zeitung den Geschäftsführer beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband in Freiburg, Alexander Hangleiter.

Die harten Schritte kann er jedoch nachvollziehen. Den Lokalen würde die Gäste wegbleiben, wenn sie nicht gegen die Missstände einschreiten.

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