POLITIK
23/01/2016 07:46 CET | Aktualisiert 23/01/2016 10:18 CET

BKA enthüllt: Sexuelle Übergriffe in ganz Deutschland in der Silvesternacht

Die Übergriffe zu Silvester waren sehr viel verbreiteter als angenommen.
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Die Übergriffe zu Silvester waren sehr viel verbreiteter als angenommen.

Übergriffe von Männergruppen auf Frauen nach dem Muster von Köln gab es in der Silvesternacht in zwölf Bundesländern. Das geht aus einem vertraulichen Lagebericht des Bundeskriminalamts hervor, wie WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" berichten.

"Es gab in dieser Nacht in mehreren Bundesländern in unterschiedlicher Form und sehr unterschiedlicher Anzahl ähnliche Delikte", sagte ein BKA-Sprecher am Samstag in Wiesbaden dazu, ohne Details zu nennen.

Überraschend kommt diese Nachricht nicht. So hatte zum Beispiel eine Recherche der Huffington Post schon Mitte Januar gezeigt, dass es auch in Dutzenden Kleinstädten zu sexuellen Übergriffen gekommen war.

Laut BKA ging es bei den Straftaten vor allem um Diebstahl und sexuelle Übergriffe. Erkenntnisse zu Verabredungen unter den Tätern lägen in den meisten Fällen nicht vor, zitieren die drei Medien aus dem Bericht. In keinem Fall gebe es Erkenntnisse zu organisierter Kriminalität.

Mehr als 1000 Anzeigen in NRW

In der Silvesternacht sollen Gruppen von Männern vor allem nordafrikanischer Herkunft in Köln Frauen umzingelt, bestohlen und sexuell bedrängt haben. Die meisten Anzeigen wurden dem Bericht zufolge bis zum Stichtag 13. Januar in Nordrhein-Westfalen (1076) erstattet - mit den Schwerpunkten Köln, Düsseldorf und Bielefeld.

Ähnliche Vorfälle in Hamburg sind schon länger bekannt, hier gingen nach Angaben der Polizei vom Donnerstag 218 Strafanzeigen ein - das sind schon mehr als im BKA-Bericht ausgewiesen. 351 Frauen seien Opfer dieser Taten geworden.

In Hessen wurden laut BKA 31 Fälle von sexueller Nötigung, Beleidigung und Diebstahl gemeldet.

In Bayern gab es 27 "Antanzdiebstähle", in Baden-Württemberg 25 und in Bremen 11 - dort ohne sexuelle Belästigung. Keine derartigen Delikte seien aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen gemeldet worden, berichten die drei Medien.

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